Peter J. König: Raphel Macek . Die Schönheit der Pferde eine fotografische Studie- Te Neues

Der Fotograf Raphael Macek gilt in der Szene der Pferdeporträtisten als der herausragende Liebhaber dieser edlen Geschöpfe, da er wie kaum ein Zweiter ein Auge für die Schönheit dieser Tiere besitzt. Hinzu kommt sein enormes Einfühlungsvermögen, er hat die Sensibilität zu spüren, was Pferde bewegt, in welchem Gemütszustand sie sich befinden, welcher Temperamentsausbruch unmittelbar bevorsteht oder welches Unwohlsein sie daran hindert ihrer naturgegebenen Wesensart nach zu gehen.

Sein Vater ein leidenschaftlicher brasilianischer Pferdezüchter und Tierarzt hat ihn von Kindes-Beinen an mit diesen wundervollen Geschöpfen vertraut gemacht und ihm die Liebe zu ihnen vermittelt. Zusätzlich gesegnet mit dem notwendigen künstlerischen Gen, hat er schon sehr frühzeitig sein Hobby, das Fotografieren von edlen Pferden zu seinem Beruf gemacht, nicht ohne parallel dazu ein Kunststudium in New York absolviert zu haben.

Die in diesem Kunstband aus dem teNeues-Verlag vorgestellten Fotografien zeigen eine Vielzahl von herrlichen Pferden, so wie sie in Brasilien aber auch in den Vereinigten Emiraten auf höchstem Niveau gezüchtet und unter den besten Bedingungen gehalten werden. Dass es sich dabei um einmalige Geschöpfe handelt, die sich auch noch in ihrem Umfeld besonders wohl fühlen, kann man bestens auf den Darstellungen sehen. Raphael Macek hat die Tiere genau beobachtet.

Seine besondere Kunst besteht darin, diese visuellen Momente des Augenblicks mit der umgebenden Natur und dem ganz besonderen Licht zu verbinden, sodass eine zutiefst beeindruckende Bildsprache entsteht. Alles was die Herrlichkeit dieser vierbeinigen Geschöpfe ausmacht, kommt unmittelbar zum Ausdruck. Kraft, Eleganz, Ausstrahlung und Erhabenheit sind die Botschaften, die dem Betrachter vermittelt werden. Nicht vergessen werden darf natürlich die Schönheit, die jedes einzelne Tier ausstrahlt. Dies sind wahrlich Geschöpfe Gottes und Macek ist in der Lage genau dieses fotografisch fest zu halten. Bei einer solchen Perfektion ist es auch nicht mehr notwendig textliches anzumerken, alles spricht für sich selbst.

Es sind zusätzlich die Detailstudien der majestätischen Tiere, die sofort die Bewunderung und Zuneigung eines jeden Ästheten hervorrufen. Wenn man die unbändige Lebensfreude junger Fohlen sieht, die gemeinsam umhertollen, die Aufmerksamkeit der wachen Gesichter mit dem leichten Spiel der aufgerichteten Ohren, die aufgeblähten Nüstern voll Energie und Sensibilität, dann versteht man warum der Mensch seit jeher schon ein ganz besonderes Verhältnis zu der Spezies Pferd entwickelt hat. Seit Jahrtausenden zählt die sprichwörtliche Treue als eine der herausragenden Eigenschaften, die das selbstbewusste Tier der Gattung „homo sapiens“ entgegen gebracht hat. Auch davon sprechen die Aufnahmen in diesem grandiosen Bildband.

Es gäbe noch viel zu bestaunen und zu erzählen aus dem Kunstwerk des Raphael Macek „Die Schönheit der Pferde“, erschienen bei teNeues, aber um es auf den Punkt zu bringen: Der Bildband ist zutiefst beeindruckend und auch von einer anziehenden Magie, dass beim Betrachten der Fotografien nicht nur dem besonderen Pferdeliebhaber das Herz weit aufgeht, nein jedem dem an Gottes Schöpfung etwas liegt, spürt die Erhabenheit, die von diesen Tieren ausgeht, eingefangen durch die Fähigkeiten eines fotografierenden Künstlers.

Das Buch beginnt mit einem einleitenden Vorwort, mit der Vorstellung von Raphael Macek, entsprechend seiner Internationalität in verschiedenen Sprachen. Danach folgt die Fülle von Aufnahmen, die im anschließenden Annex alle in verkleinerter Form erklärt werden, bezüglich der Rasse der Pferde und wo die Fotografien entstanden sind. Den Abschluss bildet die Danksagung, an die Eltern, die Freunde, die vielen Helfer rund um den Globus, den Verlag und seinen Mitarbeitern, aber besonders Hendrik TeNeues, dem Inhaber und Verleger, der dieses einmalige Werk ermöglicht hat und über alle Maßen natürlich den Pferden, denen seine ganze Liebe gilt.

 Sehr empfehlenswert

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Rezension: Vom Glück, ein Huhn zu sein. Alles über Henne und Hahn, Hühnerrassen, Küken und das geliebte Federvieh in einem Bildband von Anny Duperey. Eine Liebeserklärung an das Huhn in außergewöhnlichen Bildern (Gebundene Ausgabe)

Diesen ungewöhnlichen Bildband werde ich am Sonntag meinem 90 jährigen Onkel schenken. Bevor er in Pension ging, war er Betriebsleiter eines britischen Chemiewerkes und ist seither vielbelesener Ökobauer mit Kleintierzucht, (keine Story, sondern Tatsache). Das Buch wird ihn begeistern. Das ist mir jetzt schon klar.

Von meinem Onkel weiß ich, dass es Kleintierzüchtervereine gibt. Dort stellen die Züchter ihre äußerst gepflegten Tiere aus und erhalten auch Preise dafür, wenn diese Tiere sehr prachtvoll aussehen.

Im vorliegenden Buch werden solche Hühner und Hähne vorgestellt. Die Rede ist u.a. von Rasse- und Luxushühnern.

Verfasserin des ungewöhnlichen Werkes ist die französische Schauspielerin Anny Duperey, die vielen hübschen Fotos hat Franck Schmitt realisiert.

Zunächst berichtet Duperey über das Ei und dessen Färbung. Hier auch erfährt man, dass die Küken nach 21 Tagen Brutdauer schlüpfen, liest und sieht wo Hühner am liebsten brüten, um anschließend mehr über das Verhalten der Henne ihren Küken gegenüber zu erfahren. Die Bilder, die die informativen Texte begleiten, sind wirklich zauberhaft und ich beginne zu begreife, weshalb mein Onkel mit so viel Liebe sich seiner Tiere stets angenommen hat.

Vorgestellt werden auch Hähne, die Könige auf dem Hühnerhof und man kann auch Kampfhähne bei ihrem Tun beobachten. Erwähnt und gezeigt wird der typisch gallische Hahn und es wird darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der Hähne friedfertig und sympathisch ist. Berichtet wird alsdann vom Leben eines Huhns und man hat die Chance, dessen Leben auf Bildern vielfältig nachzuvollziehen. Seite für Seite schenkt das Buch Freude und zaubert immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.

Der Hühnerhof kommt zur Sprache und es werden wunderschöne Edelhühner gezeigt. Ein tolles Foto von der Herzogin von Devonshire im Abendkleid, die ihre Hühner mit einem silbernen Löffel füttert, amüsiert mich ganz besonders.

Fasziniert bin ich von der Präsentation der Rassehühner mit ihrem prachtvollen Gefieder. Sehr edel erscheint das Zwergseidenhuhn, aber auch das Paduanerhuhn. Solche Hühner sind selbstverständlich nicht für die Suppe gedacht, sondern für ein langes Leben.

 Empfehlenswert.

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Rezension:Deutschlands wilde Wälder: Eine Liebeserklärung (Gebundene Ausgabe)

Dieser wunderbare Bildband mit beeindruckenden Fotos von Norbert Rosing und Texten von Monika Rößiger ist bei National Geographic erschienen, dem Gütesiegel für hervorragende Fotos, wie dieses Buch mal wieder beweist.

Gleich zu Beginn darf man auf einer Doppelseite einen alten Laubbaum im herbstlichen Kleid bewundern, bei dem mir spontan der Begriff "Irminsul" einfällt. Wir erinnern uns der Altsachsen, die auf diesem riesigen Baum einst lebten und sich Met-trinkend urgermanisch wohlfühlten.

Nach dem Vorwort von Oliver Salge, dem Leiter der Waldkampagne bei Greenpeace e. V., Deutschland hat man Gelegenheit mit Monika Rößiger einen Tag im Wald zu verbringen. Einen ganzen Tag im Wald habe ich mich noch nie aufgehalten. Den Sonntagsspaziergängen im Odenwald während meiner Kindheit, folgten Zeiten, in denen der Wald mir immer fremder wurde. Der Begriff deutscher Wald erfasste mich früh schon mit Entsetzen, ähnlich wie der Begriff deutscher Salat oder deutsche Erdbeeren. All diese Begriffe assoziierte ich mit mit Besserwisserei und Oberlehrertum. Früh schon begann ich die Pinien, den Rucola, die Zitronen und all das, was nicht Deutsch war, zu lieben, bis das Waldsterben begann und von Deutschlands wilden Wäldern plötzlich gesprochen wurde, die man lieben konnte, weil dort auf den Ästen zwar nicht mehr die Sachsen, aber die Eichhörnchen und andere Tiere ein vergnügtes Leben führen können, ohne vom rotbestrumpften, deutschen Wandersvolk aufgrund von laut geträllertem deutschen Liedgut entnervt zu werden. Wohl dem Wald ohne beschriftete Wanderwege für den deutschen Michel.

 All die wundervollen Aufnahmen im Buch, stets kurz erläutert, lassen mich sogar die Eichen lieben, die Kennzeichen der Landschaften Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns sind. Man erhält einen Eindruck von Stieleichen, die sofern sie sagenumwoben, zumeist zwischen 600 und 800 Jahre alt sind. Europaweit befindet sich die größte Ansammlung "1000 jähriger" Eichen im Ivenacker Tiergarten.

Sehr schön ist der Beitrag über die Linde von Heede, die als die größte Linde Europas gilt. Linden galten nicht selten als Symbole des Friedens. Das macht mir diesen Baum noch sympathischer. Dass die Fürstbischöfe von Münster unter der Linde von Heede Bankette abgehalten haben, verstehe ich gut und das Kinder die Königin des Weltalls in ihren Zweigen wahrnahmen, zeugt davon, welch eine die Fantasie anregende Kraft von einem alten Baum auszugehen vermag.

Zwischen den Bildern und Bildbeschreibungen liest man immer wieder Auszüge aus Gedichten namhafter Dichter, die sich in den Versen mit dem Wald befassen und kann sich später anhand einer kleinen Baumkunde im Hinblick auf typisch deutsche Waldbäume kundig machen. Ich mag die Linden, die Birken und Erlen am liebsten, wohingegen Tannen und Fichten nicht zu meinen Lieblingsbäumen zählen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig.

Begeistert von den Bildern, beispielsweise eines Luchses im Wildpark Neuhaus, lese ich später einen mehrseitigen, sehr informativen Beitrag über das Weltnaturerbe Buchenwälder. Das Aussehen der Buchenwälder variiert im Rhythmus der Jahreszeiten. Wie das konkret ausschaut, erfährt man in besagtem Text und kann sich dies sehr gut vorstellen. 7000 Tiere leben in einem Buchenwald, darunter viele Schmetterlinge. Man erfährt von den fünf Gebieten in Deutschland, wo es noch naturnahe Buchenwälder gibt. Es sind die Paradiese der bunten Schmetterlinge, den Sinnbildern jener Freiheit, die in Deutschland niemals so sehr geliebt wurde, wie in Frankreich. Das hängt hauptsächlich mit den deutschen Oberlehrern, den eigentlichen Feínden der Freiheit, zusammen.

Wunderschöne Fotos von Pilzen, von Waldblumen und Farnen, aber auch dicken Stämmen alter Bäume, vom Laub, von wilden Tieren begeistern den Betrachter und lassen ihn vielleicht ein wenig irritiert das Märchen vom "Brüderchen und Schwesterchen" lesen, das im Buch ebenfalls abgedruckt ist. So viele deutsche Märchen und Sagen spielen in den Wäldern. Gut das man auf "Brüderchen und Schwesterchen" zurück gegriffen hat. Vielleicht erlaubt der typische Deutsche sich nur im Dunkeln fantasievolle Gedanken, fast scheint es so.

Plötzlich entdecke ich Moorbirken. Wie schön sie doch sind! Sie wachsen im Hohen Venn in einer Landschaft, die an Feen denken lässt

Geboten wird im Buch zudem eine kleine Tierkunde. Die Nachtigall ist der unscheinbarste Vogel und doch singt er am schönsten. Mich fasziniert der Wanderfalke am meisten, vielleicht weil er mich an Friedrich II., den Staufer erinnert, ein Kosmopolit, der zum Thema deutscher Wald mit europäischem Gedankengut geantwortet hätte.. Sehr gut ist der Beitrag im Buch mit dem Titel "Die Deutschen und ihr Wald". Wieso war er immer wieder Sehnsuchts- und Rückzugsort? Wieso lieben die Deutschen die Einsamkeit so sehr?

Irgendwann lerne ich die "Hexenbuche" auf dem Himmeldunk kennen, ein schöner uralter Baum in der Bayerischen Rhön und dann entdecke ich einen Auerhahn, bevor ich mich in die kleine Pilz- und Beerenkunde vertiefe und darüber nachsinne, ob ich im Wald einen Steinpilz als solchen erkennen könnte.

Nach all den wunderbaren Bildern und eloquenten Texten habe ich mich von meinen Vorbehalten im Hinblick auf den deutschen Wald tatsächlich getrennt. Wilde Wälder haben etwas Verwunschenes und regen die Fantasie an, fasse ich zusammen. Speziell die Auenwälder, die mich am meisten ansprechen und bilde schließlich die Merksätze: Der deutsche Wald ist schön, wenn er wild ist. Wild kann er nur dann sein, sofern man ihn in Ruhe lässt. 

 Ein tolles Buch.

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Rezension: Durch Deutschland wandern: Auf der Suche nach den wilden Tieren (Gebundene Ausgabe)

Dieser sehr beeindruckende Bildband des Tierfilmers Andreas Kieling ist bei NATIONAL GEOGRAFIC erschienen. Kieling wanderte auf der Suche nach wilden Tieren durch Deutschland und berichtet von seinen Erlebnissen. Seine Texte sind gehaltvoll sowie sehr spannend zu lesen und die Bilderwelt, die sich in diesem Buch entfaltet, ist geradezu atemberaubend.

Das Vorwort zum Buch hat übrigens Markus Lanz verfasst, der den Leser wissen lässt, dass Andreas Kieling sich etwas wagt, was in unserer rationalen Welt selten geworden ist. Der Tierfilmer folgt seinem Herzen und seinem Instinkt.

Anhand von Verweisen auf einer Landkarte wird gezeigt, wo überall in Deutschland Bilder realisiert worden sind. Kieling beginnt mit dem Berchtesgadener Land und der Steinböcken dort, in denen er die interessantesten Tiere der Alpen sieht. Diese Tiere lassen die Menschen sehr nah an sich heran. Der Autor vermutet, dass dies damit zusammenhängt, dass sie ihren Kletterkünsten vertrauen, die ihnen erlauben in Sekundenschnelle in steile, schroffe Felswände zu verschwinden, (vgl.: S.12).

Traumhafte Bilder von Steinböcken lernt man kennen, die sich von Gräsern, Mosen und Flechten ernähren. Auch über Schlangen im Hochgebirge berichtet Kieling und über seine Erfahrungen, die er damit machte. Wundervolle Fotos von einer Kreuzotter, einem Alpenschneehuhn und von Murmeltieren beenden das erste Kapitel.

Anschließend berichtet Kieling von seinem Leben mit Wildschweinen. Hier sammelte er seine ersten Erfahrungen mit diesen Tieren in der Eifel, lernte später deren Sozialleben und Verhaltensweisen kennen, schreibt von seiner Rotte und den Beobachtungen, die er dort machte, z.B. was deren Sprache anbelangt. Er schreibt auch von Keilerattacken und man kann sich aufgrund der Fotos einen sehr guten Eindruck verschaffen, bevor man an seinen Erkundungen in der Eifel und der Pfalz teilnimmt.

 Es ist bedauerlich, dass ich nicht über all das, was Kieling schreibt, in Kurzform hier berichtet kann, denn mich faszinieren Seite um Seite nicht nur der Bilder, sondern auch der Naturschilderungen. Neugierig las seine Pfalzbeschreibung. Gelungen. Bravo!- Man erfährt Wissenswertes auch von Schwarzstörchen, Uhus, auch von Eulenvögeln und hat Gelegenheit zwei Rothirsche beim Kampf zu beobachten. Nicht gewusst habe ich, dass die Spannweite des UHU 1,70 m beträgt und dass derzeit in der Eifel 156 Uhupaare brüten. Immer wieder erfährt man Näheres über das Sozialverhalten von Tieren, lernt pittoreske Ausblicke von alten Burgruinen kennen, liest von einer großen Wanderung Kielings von Bayern bis zur Ostsee und darf sich dabei immer wieder neuen wunderschönen Landschafts- und Tierbilder erfreuen, auch von einem scheuen Rhönschaf, das zu einer der ältesten Nutztierassen Deutschland zählt.

Allerliebst ist ein Foto von Jungluchsen und ein weiteres, das Nandukücken zeigt. Begeistert hat mich Kielings Bericht über seinen Besuch bei Wildpferden und hier auch die Bilder der Dülmener Wildpferde. Ich hatte keine Ahnung, dass es solche Pferde in Deutschland überhaupt gibt.

Die die Fotos aus Helgoland von den Kegelrobbenbabys und den Silbermöwen dort.

Zum Schluss schreibt Andreas Kieling über seine magischen Orte, an denen alle Sorgen von ihm abfallen und wo er sein Wesen spürt und seinen Weg sehen kann.Ein wunderschönes Buch, das dem Leser die Natur durch Wort und Bild vielschichtig näher bringt und ganz am Ende noch mit einem kleinen Wildnis-Knigge aufwartet.

Empfehlenswert.

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Rezension:Europas Wilde Wasser: Meere, Küsten, Seen und Ströme [Gebundene Ausgabe]

Ein See ist der schönste und ausdrucksvollste Zug einer Landschaft. Er ist das Auge der Erde; beim Hinsehen kann der Betrachter die Tiefe seiner eigenen Natur bemessen." (Henry David Thoreau).

Als visueller Mensch bin ich immer wieder begeistert, wenn ich ein Buch von National Geographic auf meinem Schreibtisch liegen habe, denn in diesen Büchern entfaltet sich stets eine Welt der Fotografie, die mich immer ins Staunen versetzt.

In "Europas Wilde Wasser" werden Momentaufnahmen von höchster Qualität gezeigt und das im Rahmen der Kapitel: Europas Wasserwelten; Flüsse; Seen; Küsten; Ozeane und Nordmeere.

71% der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, sei es von Gletschern, glasklaren Quellen, Flüssen und Süßwasserseen, salzigen Seen und nicht zuletzt Ozeanen. Hinzu kommen darin eingebettete Feuchtgebiete, sprich Mündungen, Sümpfe und Feuchtwiesen.

Im vorliegenden Buch werden Gewässer in Europa zur Sprache gebracht, weil sie Teil unseres europäischen Naturerbes sind. Die großartigen Fotos werden von Textbeiträgen begleitet und die Bilder selbst werden sehr gut beschrieben. Dabei erfährt man auch immer, wer die einzelnen Fotos realisiert hat.

Man liest Wissenswertes über den Kreislauf des Wassers, liest von Maifliegen, über Lachse, die aufgrund ihrer unbändigen Muskelkraft als starke Kämpfer gelten, erfährt auch Näheres über Donau und ein weit verzweigtes Delta, das größtenteils in Rumänien liegt. Dieses Delta ist seit 1991 Weltkulturerbe. Man erfährt auch etwas über die Öko-Systeme dort sowie über die mehr als 160 Fischarten und kann sich auch über den Schutz der Fließgewässer informieren. Hierbei hat man Gelegenheit eine paradiesische Bilderwelt kennen zu lernen, einem Otter beim Verspeisen eines erbeuteten Aals zuzuschauen, das blaue Gefieder eines Eisvogels und den König der Fische aus der Nähe zu bewundern, auch eine Flamingoparade zu beobachten und vieles andere mehr.

Über die Seen wird man ebenfalls gut aufgeklärt und hier, auf welche Weise Süßwasser gespeichert wird. Wissen sollte man, dass stehende Gewässer wie Seen, Teiche, Tümpel und Stauseen 87% des an der Oberfläche verfügbaren Süßwassers enthalten. Was mir bislang nicht so klar war ist die Tatsache, dass die meisten natürlichen Seen erstaunlich jung sind, zumeist erst 10 000 bis 15000 Jahre alt. Doch es gibt auch einige uralte Stillgewässer, die über Jahrmillionen tief, nährstoffarm und sauerstoffreich geblieben sind. Dazu gehört keineswegs nur der Baikalsee, der sich vor 25 Millionen Jahren gebildet hat.

Die Froschparadiese sind ein Thema. Teiche entwickeln sich übrigens zu eigenständigen Ökosysthemen und machen sie zu idealen Lebensräumen für Insekten. Auch hier gibt es wieder Fotos, die von solchen in Feuchtgebieten fortgesetzt werden. Anschließend liest man mehr zu der Küstenlinie und hat Gelegenheit wundervolle Bilder zu bestaunen, dabei auch ist ein Foto, das Carmargue-Pferde zeigt. Das Mittelmeer kommt zur Sprache und die Schneckenvielfalt dort, auch ein Seepferdchen kann man bewundern und viele andere Wassertiere, um schließlich die Fauna und Flora in den Ozeanen kennen zu lernen und Wissenswertes auch über die Nordmeere zu erfahren, etwa über den Unterwasserdschungel dort, der aus braunem Seetang besteht und Kelp genannt wird.

 Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle. 
 Bildes:  National Geographic
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Rezension:Wilde Tiere in Deutschland (Gebundene Ausgabe)

"Zart und zerbrechlich tanzen sie durch die Lüfte, wie Elfen in leuchtend bunten Kleidern." Um welche Tiere könnte es sich hierbei handeln?

 Dieser Bildband von National Geografic wurde seitens der Fotografen Dietmar Nill und der Autorin Monika Rößinger auf den Weg gebracht

Das Vorwort von Andreas Kieling erfährt man, dass in der Naturfotografie Können alles sei und Dietmar Nill sein Handwerk perfekt beherrsche. Nachdem ich alle Bilder studiert habe, kann ich diesem Urteil nur beipflichten.

 Um ein Tier zu fotografieren, muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und einen langen Atmen haben. Nill zeigt dem Leser, dass es am Wegesrand Wildnis auch bei uns zu entdecken gibt und untergliedert sein Buch, das sich mit wilden Tieren in Deutschland beschäftigt, in die Kapitel:

Nordwesten- Im Reich der Robben
Nordosten- Wo die Kraniche ziehen
Mitte- Rückkehr der Wölfe
Westen- Räuber der Lüfte
Südwesten- Wo Reh und Marder wohnen
Südosten- Akrobaten im Hochgebirge

 Bevor die Bilderschau in den einzelnen Kapiteln ihren Anfang nimmt, erfährt man in Textbeträgen jeweils Wissenswertes zu den wilden Tieren in den fokussierten Regionen. Die Fotos sind alle genau beschrieben und für Tierfreunde ein besonders interessanter Anblick. Nicht nur Kegelrobben kann man im Nordwesten bewundern, auch den Seeadler, die Ringelnatter, die gerade einen Grasfrosch erbeutet hat, einen Weißstorch u.a. Tiere mehr. 10 Millionen Vögel pro Jahr legen im Wattenmeer einen Zwischenstopp ein. Für diese Vögel ist das Wattenmeer eine pralle Speisekammer, (vgl.: S. 30). Einer der häufigsten Zugvögel, die dort verbreitet sind, ist der Alpenstrandläufer. Wie man erfährt, lassen sich mehr als eine Million von ihnen dort Würmer, Schnecken und Krebse schmecken.

 Man liest von mehr als 2000 Seen in Mecklenburg-Vorpommern und von den Kranichen, die im Nordosten ziehen. Wundervolle Fotos von einem Fischotter, einem Schwarzmilan, einem Marderhund, auch einer Sumpfschildkröte bestätigen, dass es wilde Tiere in jener Gegend gibt, in der unendliche viele Vogelarten brüten. Im Nordosten gibt es auch die ältesten Buchenwälder Deutschlands. Der urwüchsige Wald bietet viel Raum für Pilze, Insekten und höhlenbewohnende Vögel.

Besonders angetan bin ich von den Fotos der Eule, deren große Augen an ihre nächtliche Lebensweise angepasst sein. Über die Rückkehr der Wölfe liest man, auch über Wildschafe (Mufflons) und hat Gelegenheit sich auch über Rothirsche in Mitteleuropa zu informieren und über viele, viele andere Tiere, von denen ich nicht geahnt habe, dass es sie bei uns überhaupt gibt.

 Die Fotos können nicht genug gelobt werden. Gefallen haben mir gerade auch die Fotos der Schmetterlinge und der Bericht über diese zarten, zerbrechlichen Tiere. In Deutschland gibt es 3700 Arten davon. Die meisten sollen nachtaktiv sein. Zu den Tagfaltern zählt der prächtige Schwalbenschwanz. Er besitzt eine Spannweite von acht Zentimetern und ist einer der größten und schönsten mitteleuropäischen Schmetterlinge.

Mein Lieblingstierbild im Buch ist jenes von einem Alpenmurmeltier. In diesem Geschöpf ein wildes Tier zu erkennen, bedarf schon großer Sachkenntnis.

Empfehlenswert.

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Rezensionen: #Regenwälder - Leben im Dschungel

Dieter Schonlau und seine Frau Sandra Hanke sind 25 Jahre hindurch in die Regenwälder gereist. Dabei haben Sie sich in Borneo, Sumatra, Malaysia, Surinam und Bolivien aufgehalten.

Im vorliegenden Bildband von National Geographic lernt man eine Fülle traumhafter Fotos, die dieses Paar dort realisiert hat, kennen und kann im Rahmen kleiner Reiseberichte, Hintergründe über das, was man auf den Bilder sieht, in Erfahrung bringen. Der Schwerpunkt des Buches  liegt jedoch  eindeutig auf den Fotos, die alle eine kleine Geschichte erzählen, von dem was sich in den geheimnisvollen Traumwelten der Regenwälder ereignet.

Nach einem Vorwort von Rüdiger Nehberg, der hier über die Zerstörung dieses Paradieses durch Hunderte von Flugzeugen, unzähligen illegalen Landepisten, zigtausenden bewaffneten Goldsuchern schreibt, auch von Hochdruckwasserpumpen, die ganze Berge wegspülten und von 20 000 Yanomami, die keine Chance mehr hatten,  dort zu leben und denen nur noch Flucht oder der Tod blieb, beginnt der farbintensive Bilderreigen.

Zunächst lernt man den Regenwald Borneos näher kennen. Diese Insel im indonesischen Archipel ist mit seinen rund 752 000 Quadratkilometern die drittgrößte Insel der Welt. Das Autorenteam reiste bislang siebenmal nach Borneo. Dabei baute jede Erfahrung auf die Erfahrungen der vorherigen auf.  Sowohl die Landschaftsbilder als auch die Tierfotos sind einzigartig. Ein Zipfelkrötenfrosch, der doppelt so groß ist wie eine Handfläche, wirkt auf dem zweiseitigen Foto wie ein bedrohliches Riesenurtier im Wald. Man liest von Flugfröschen und kann ein solch niedliches Tier auf einer Ablichtung bewundern, Einblicke aber auch in das Wäldermeer nehmen und sich der Schönheit der Gottesanbeterin und des Laternenträgers erfreuen.

Dann  lernt man die Primaten Borneos kennen. Orang-Utan bedeutet aus dem Malaiischen übertragen “Waldmensch“. Diese Tiere sind Nomaden. Auf sehr beeindruckenden Fotos blicken den Betrachter Orang Utans aber auch andere Primaten mehr oder weniger freundlich an..

Die Schönheit des Regenwaldes von Sumatra wird thematisiert und mit ihr die Schrecke, die mit ihren aufgeschreckten knallbunten Flügeln versucht, größer und bedrohlicher zu wirken als sie es tatsächlich ist.

Man wird über den Kampf um das Licht im Regenwald aufgeklärt. Hierbei halten sich nicht alle Pflanzen und Bäume an die Spielregeln. Lianen beispielsweise können mit wenig Energieeinsatz sehr erfolgreich sein. Spannend ist der Beitrag über Malaysia. Die letzten Waldbewohner, sind einige wenige Tausend Orang Aslis von einstmals 60 000 Menschen, die noch immer sehr rückständig leben. Die Bilder der Landschaft dort wirken sehr geheimnisvoll. Hier gibt es Grünaugengeckos und andere seltene Tiere. Hier auch ist die Heimat der Endemiten.

Surinam war auch ein Reiseziel der beiden   und man ist erneut von den Bildern fasziniert. Schlangen und Vögel wie etwa der Guyana-Felsenhahn begeistern ebenso wie  die Frösche bei der Siesta. Eine Schönheit der Nacht ist Waglers Baumotter. Diese Giftschlage soll blitzschnell zubeißen, wie man liest.

Zu Schluss hat man Gelegenheit sich mit den Regenwäldern in Bolivien zu befassen und dort die Fauna und die Flora zu bewundern, sowie sich einen Eindruck von dem Paradies in Guatemala zu verschaffen. Damit dieses Paradies auf Erden erhalten bleibt, müssen wir alle achtsam sein und dürfen der alles zerstörenden Gier nicht Vorschub leisten. Empfehlenswert.

Bilder:  Dieter Schonlau/NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

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Rezension: Die Enzykopädie der Tiere

 Die neue Enzyklopädie der Tiere  wurde von einem hochkarätigen  Expertenteam erarbeitet und befasst sich  besonders ausführlich mit Säugetieren und Vögeln.  Wie Professor Harry W. Greene im Vorwort  nicht grundlos  verspricht, vermitteln die lebensnahen Bestimmungsbilder  gemeinsam mit den lebendigen Fotos, auf denen die Tiere in ihrem Lebensraum zu sehen sind, ein beeindruckendes Bild von der Vielfalt und dem Zauber unserer Tierwelt.
Zu Beginn  hat man Gelegenheit sich in den Wegweiser durch das Buch zu vertiefen. Hier erfährt man, dass der erste Teil des umfangreichen Werkes Einblicke in die Lebens- und Verhaltensweisen  als auch die Lebensräume der Tiere gibt. Vervollständigt wird der Überblick durch Fakten zum Ursprung, Anatomie und Taxonomie.  Es folgt dann der Beschreibungsteil. Dieser ist in sechs große Tiergruppen gegliedert. Dabei handelt es sich um Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien,  Fische und Wirbellose. Im Rahmen dieser Gruppen werden Untergruppen  gemäß der zoologischen Systematik aufgeführt und mittels vieler Beispiele in Wort und Schrift beschrieben. Dabei wird auf den Bestand, den Gefährdungsgrad bzw. den Schutzstatus hingewiesen. Das Glossar schließlich transportiert fachliches Wissen und das detaillierte Register dient dem Zweck einzelne Tierarten und Tiergruppen rasch zu finden, (vgl.: seit 10-12).
unächst wird man  mit dem Tierreich  im Allgemeinen vertraut gemacht, das in fünf Reiche untergliedert ist und kann sich anschließend mit der Systematik im Tierreich befassen. Die Evolution kommt zur Sprache, wie auch die Biologie und das Verhalten von Tieren.   Lebensräume und Anpassung bleiben, wie schon erwähnt, nicht ausgespart. Thematisiert werden hierbei  die Regenwälder, die Monsunwälder,  Nadelwälder, Moore und Heiden, Polarregionen, Feuchtgebiete, Flüsse und Bäche, Mangrovensümpfe und  viele andere Lebensräume mehr. Des Weiteren wird man  über die bedrohte Tierwelt informiert.
Anschließend  lernt man die  genannten sechs Tiergruppen kennen. Das Wissen, das hier vermittelt wird, ist erfreulich umfangreich.
Da ich Vögel aufgrund ihrer Vielseitigkeit am liebsten mag, halte ich mich auf diesen Seiten im Buch besonders gerne auf. Es gibt übrigens 9700 Arten, die eine unendliche Vielfalt an Farben und Federzeichnungen aufweisen.
Aufgeklärt wird man  über Laufvögel, Hühnervögel, Wasservögel, Pinguine,  Lappen- und Seetaucher, Albatrosse/Sturmvögel, Flamingos, Schreitvögel, Ruderfüßler, Greifvögel, Kranischvögel, Taubenvögel/ Flughühner, Papageienvögel,  Kuckucksartige, Eulenvögel, Schwalmvögel, Kolibris und Segler, Mausvögel, Trongons, Eisvögel und Verwandte, Spechtvögel und Sperlingsvögel.
Die elegantesten Vögel sind die Flamingos mit ihrem leuchtend rosa, roten oder weißen Gefieder, den langen Beinen und dem langen Hals. Über diese Schönheiten erfährt man sehr viel Wissenswertes,  über all die anderen Vögel natürlich ebenfalls. Papageien faszinieren mich der Farben wegen. Doch am meisten von allen Vögeln  beeindruckt mich  der Turmfalke. Sich mit den Jagdtechniken der Greifvögel zu befassen, finde ich sehr lehrreich, denn  man lernt zu begreifen, dass auf unserer Erde  paradiesische Zustände eine Utopie sind. Der friedliche Garten Eden ist anderswo.
Begeistert hat mich der „Morpho rhetenor“ aus der Familie der Morphiedae. Es handelt sich um einen wunderschönen blauen Schmetterling, dem man ein Gedicht widmen sollte. Er hätte es auf jeden Fall verdient.
Ein großartiges Werk, das zur Grundausstattung einer Bibliothek zählen sollte.
Empfehlenswert.
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Rezensionen: Die Farben der Tropen

Der Autor und Naturfotograf Bernd Fischer spürt in diesem Prachtband durch seine wundervollen Fotos und eloquenten Texten den Farben der Tropen nach. Dabei fokussiert er die Regenwälder in Madagaskar, Indonesien, Botsawa und Brasilien. Besonders im Reich der Schatten, im Dunkel des Waldes oder in der Tropennacht offenbart sich die Schönheit der Farben, nicht zuletzt weil die Begegnung mit den Tieren dann intensiver ist als bei Sonnenlicht. Gleichwohl ist es dann hell, weil beispielsweise unzählige Glühwürmchen im Regenwaldareal in Costa Rica Energie mithilfe einer chemischen Reaktion in Licht umwandeln. Die Farben der Tropen leuchten mitunter "nur" am Himmel auf, wenn der Sonnenuntergang die Farben zwischen den Wolkentürmen anmischt.

Gleich zu Beginn erfreut man sich an der Fotografie eines Orang-Utans, der fast schwerelos zwischen den Ästen hängt. Sein Fell ist leuchtend rot. Das Tier hebt sich von den vielen Grünschattierungen des Regenwalds auf eine Weise ab, dass es fast als Kontrast zu den Bäumen gesehen werden kann.

In Indonesien ist das Bild einer Phalaenopsis entstanden. Dort gilt sie als Nationalblume des Landes. Fischer vergisst nicht zu erwähnen, dass sie in der Natur stets nur als Aufsitzer auf Bäumen wächst.

Man erfährt, dass die Regenwaldschutz - Organisation BOS auf Borneo eine Fläche von 1600 Hektar Sekundärwald wieder aufgeforstet hat. Leider ist der ursprüngliche Regenwald durch illegale Brandrodung vernichtet worden. Jetzt wächst an stattdessen nur noch ökologisch wertloses Alang-Alang-Gras.

Regenwald ist der immergrüne Wald in den ganzjährig feuchten Gebieten der Tropen und Subtropen. Bei gleich bleibendem Ausmaß der Zerstörung wird der tropische Regenwald, der die artenreichste Lebensgemeinschaft auf der Erde mit mindestens 50 % aller Pflanzen- und Tierarten beherbergt, in den nächsten 15 Jahren in vielen Regionen kaum noch vorhanden sein.

Die Tierfotos, beispielsweise von einem Schmetterling (Malayan Owl), der wie magisch von einem Sonnenfleck auf einem grünen Blatt angezogen wird oder von einem Fingertier, das bei den Madegassen als böser Geist gilt, beeindrucken den Betrachter ebenso wie der Anblick der Dornenwälder im Süden Madagaskars bei Nacht. Die Existenz dieser Wälder wird zunehmend von riesigen Sisalplantagen bedroht.

Man liest weiter von der Tempelanlage von Pura Goa Lawah. Sie ist eine der größten hinduistischen Heiligtümer Balis und wurde einst rings um eine Höhle errichtet. Die Einheimischen glauben, dass diese Höhle die Ober- und Unterwelt verbinde. Fischer veranschaulicht wie gegen Abend Tausende von Fledermäusen ihren Tageseinstand verlassen, um in den dunklen Abendhimmelzu fliegen.

Eine paradiesische Aufnahme zeigt hoch oben in den Wedeln der Acuri- Palmeversteckt ein Hyazinthara. Dieser blaue Papagei wird bis zu 90 Jahre alt.

Im Kapitel "Zwischen Wasser und Erde" lernt man u.a. die Wasserfälle von Iguacu kennen. Fischer hat hier den "Teufelsrachen" fotografiert, der einen kleinen Ausschnitt aus der gewaltigen Szenerie der Cataratas inmitten des Iguacu- Nationalparks offenbart, dessen Wälder aufgrund der ständig aufsteigenden Sprühnebel Regenwaldcharakter besitzen. Sehr beeindruckend ist der Regenboden vor den Wasserfällen. Gefallen hat mir auch der grüne Leguan, der ein Nachfahre der Saurier ist und vorwiegend auf Bäumen in Wassernähe lebt. Fischer erwähnt, dass man ihn im Bundesstaat Piaui auch auf dem Boden begegnen kann.

Leider kann ich nicht alle Tiere, die Fischer abgelichtet hat, erwähnen. Hervorheben möchte ich aber ein Foto, dass einen Passionsblumenfalter aus der Familie der Helikoniden, der einen Kaiman umschwirrt. Ein friedliches Bild.

Fotos von Ottern, von einer grünen Meeresschildkröte, auch von einer Anakoda, der größten und schwersten Schlange der Welt, beeindrucken ebenso, wie die Aufnahme eines Gürteltieres, das zu den ältesten Ureinwohnern Südamerikas zählt und noch aus einer Zeit stammt als der Subkontinent eine Insel war.
Ein bildschöner schwarzer Leguan wurde von Fischer in Costa Rica aufgenommen.

Von dem traumhaften Strand auf der Seychellen-Insel La Digue sieht man die Farben des Meeres, die vom Tiefblauen ins leuchtende Türkis spielen. Anschließend folgen Bilder vom Wald und der Savanne. Hier gefällt mir die Fotoserie eines Orang-Utans, der in den Regenwäldern auf Borneo vergnügt in den Ästen schaukelt.

Ein wenig bedrohlich wirkt die grasgrüne Glanzspitznatter aus Costa Rica. Sie wirkt im Blattgrün geradezu unsichtbar. Ein wirklich interessant, etwas witzig aussehendes Tier ist die Gottesanbeterin. Ihre grelle grüne Farbe will andeuten, dass es ungenießbar ist.

Von großer Schönheit sind die Tukane. Das beigefügte Zitat hat der Autor optimal ausgewählt.

Das Reich der Farben und Formen zeigt sich besonders gut in rosa blühenden Trompetenbäumen im Panatal, in den Aufnahmen der Papageien, aber auch in der eines Palmkakadus, der sich in feuchten Bergwäldern bis zu 1300 Meter sehr wohl fühlt. Faszinierend ist das Foto von dem Parson`s Chamäleon, das vor allem in den Regenwäldern Madagaskars lebt. Seine Grundfarbe ist Türkis und weist eine schräge Streifenzeichnung auf, der Helm und der Schnautzenfortsatz machen seinen Kopf unverwechselbar. Beeindruckend auch der grüne Rotaugenfrosch und der Einsiedlerkrebs, dessen Stielaugen himmelblau und orange leuchten....
Rot-Grün-Weiß leuchten die Heuschrecken Borneos, die farblich nur noch von den Haycintharas und den Breitschwingkolibri an Leuchtkraft überboten werden. Begeistert von den Akrobaten der Lüfte sagte der Dichter Adalbert von Chamisso einst: "Wir sahen...die ersten Tropenvögel, diese herrlichen Hochsegler der Lüfte, die ich mich fast nicht erwehren kann Paradiesvögel zu nennen."

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Rezension: Vogelwild

Dieser wunderschöne Bildband wird Vogelfreunde erfreuen. Auf den Weg gebracht wurde er von den finnischen Fotografen Arto Juvenen, Tomi Muukkonen, Jari Peltomäki und Markus Varesvuo. Über 160 Fotos unterschiedlicher Vögel beim Flug, während der Fütterung ihrer Jungen, beim Fressen, beim Kommunizieren, beim Streiten, beim Sich-Paaren werden vorgestellt. Im Anhang werden alle Bilder textlich erläutert.

Besonders gut gefällt mir ein sich kratzender Bartkauz, weil er ganz ungemein gelassen erscheint. Von ihm erfährt man, dass er sich an die Anwesenheit des Fotografen gewöhnt hatte und nur deshalb, das imposante Foto gemacht werden konnte. Sehr interessant ist die Aufnahme des Schwarzspechts bei der Arbeit, der sich anschickt, tiefe Löcher in einen Baum zu hacken, um Insekten aus ihren Verstecken zu holen. Das Gegenlicht lässt die herumfliegenden Holzsplitter sehr gut zur Geltung kommen.


Bislang wusste ich nicht, wie hübsch ein Wiedehopf mit aufgerichteter Haube ausschaut. Das Gefieder ist orangefarben. Mein Lieblingsbild zeigt einen Steinadler bei der Landung. Hier sieht man die Flügel in beeindruckender Bewegung. Der Steinadler wird nicht grundlos als der König der Vögel bezeichnet. Er wirkt im Flug tatsächlich am majestätischsten.


Sehr anmutig spazieren ein Moorschneehuhn und ein Fasan über Schnee und Eis, während ein Basstölpel im Gleitflug seine ganze Schönheit zeigt. Aus dem Foto, das zwei Papageientaucher im Schneegestöber zeigt, sollte man Ansichtskarten gestalten, damit ein breiteres Publikum sich an deren Anblick erfreuen kann.


Eines der Bilder zeigt ein Auerhuhn und seine Jungen mit leicht grünlichem Gefieder. Immer wieder werden Vögel bei der Fütterung ihres Nachwuchses vorgestellt. Diese Bilder finde ich höchst interessant, hauptsächlich jenes, auf dem ein kleines Gartenrotschwanzweibchen ein viermal so großes Kuckuckjunges füttert. Die Natur lehrt uns mancherlei, was man eigentlich nicht glauben möchte.


Zwei streitende Gimpelmännchen haben mich belustigt und ein Fasan im Flug sehr beeindruckt. Der Fasan ist ein wirklich edles Tier. Gelungen auch ist das Foto der auffliegenden Rebhühner. Beinahe bedrohlich wirkt der Bartkauz auf der Jagd.


Es ist unmöglich an dieser Stelle über alle Fotos zu berichten, sehr schön sind Balztänze der Birkhähne und das Foto der synchronschwimmenden Blässhühner. Die Eleganz aller Aufnahmnen kann nicht genug gelobt werden. Alle Bilder sind von großer Aussagekraft.


Sehr empfehlenswert.

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