Rezension: fragile- Pedro Jarque Krebs-teNeues- YellowKorner edition

#Pedro_Jarque_Krebs ist der Fotograf dieses traumhaft schönen Fotobandes mit Tierbildern. Geboren wurde er in #Lima in Peru. Er studierte Kunstgeschichte und Archäologie und machte in Paris an der #Sorbonne seinen Abschluss in Wirtschaftsphilosophie. Bereits im Jahr 1984 hatte er den ersten Preis in seiner Geburtsstadt in Schwarz-Weiß-Fotografie gewonnen. Zwischenzeitlich hat er mehr als 110 Preise und Auszeichnungen erhalten. Dabei wurde er im Jahre 2016 von der Zeitschrift #National_Geographic zum Fotografen des Monats gekürt. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. 

Wie man der Einleitung des vorliegenden Prachtbandes entnehmen kann, sind in den letzten 40 Jahren fast 60% aller Wirbeltiere ausgestorben. Der Bestand der Landtiere habe seit 1970 um 38% abgenommen, der Amphibien um 81 Prozent und der Fische um 36 Prozent. Ursache des Dramas sei die Vernichtung der Lebensräume, der #Klimawandel und seine Auswirkungen auf das #Ökosystem, die einzelnen Arten der Wilderei, die #Umweltverschmutzung und anderes mehr. 

Die derzeit 7 Milliarden Menschen verspeisen 56 Milliarden Tiere jährlich. Wenn dieser Konsum nicht drastisch eingeschränkt wird, werde unser gesamtes Ökosystem kollabieren. Nachhaltiger, verantwortungsvoller Konsum ist also dringend geboten. Uns allen muss bewusst werden, dass dann, wenn die Tiere von der Erde verschwinden, die Menschen ebenfalls zu existieren aufhören. 

Seite für Seite lernt man im Buch  auf insgesamt 190 Farbfotos wunderschöne, vom Aussterben bedrohte Tiere kennen und liest bei verschiedenen Fotos – manche Tiere sind aus unterschiedlichen Perspektiven abgelichtet- an den Seitenrändern Wissenswertes zu den abgebildeten Tieren. Diese informativen Texte sind wie alle anderen Texte des Buches in englischer, deutscher, spanischer und französischer Sprache abgedruckt. 

So kann man beispielsweise einen #Uhu bewundern und erfährt, dass die Augen des #Bengalenuhus das Licht hundertmal besser erfassten als unsere, allerdings seien diese Augen quasi bewegungsunfähig. In ihrer Heimat werden diese Vögel durch den Einsatz von Pestiziden und durch die Vernichtung der Lebensräume dezimiert. 

Fantastische Bilder von #Löwen werden getrübt von dem Text, dem man entnimmt, dass Jäger bis zu 40 000 Dollar dafür zahlen, aus Jagdsportzwecken einen Löwen erlegen zu dürfen. Fotos von Tigern, auch von einem #Jaguar werden ebenfalls gezeigt. Das anhaltende Schrumpfen der Jaguare sei dem Pelzhandel geschuldet. Beeindruckend sind die Fotos von den #Leoparden. Auch diese #Großkatzen seien vom Aussterben bedroht, weil ihre #Felle noch immer in der Damenwelt heiß begehrt sind. 

Dem #Polarwolf- auch ihn kann man in diesem Buch bewundern - setzt der Klimawandel und vor allem der zunehmende Verlust ungestörter Lebensräume arg zu. 

Sehr schöne Fotos von #Schimpansen, auch von #Orang_Utans, #Gorillas und anderen #Primaten stimmen nachdenklich, zumal wenn man liest wie nah sie genetisch uns Menschen stehen. Pedro Jarque Krebs fragt nicht grundlos: "Was macht uns zum Homo sapiens? Ist es das, was Vernunft und abstraktes Denken ermöglicht auf genetischer Ebene tatsächlich so unbedeutend?"

Unter den vielen Tieren, die man bewundern kann in diesem Werk ist auch ein #Erdmännchen. Dieses witzig ausschauende Tier frisst sogar Skorpione. 

Der #Yak, - auch er ist abgelichtet zu bewundern- soll ein großer Verbündeter der Menschen sein. Er lebt in abgelegenen Gebieten des Himalaja. Da die Tiere in der freien Natur exzessiv gejagt werden, sind nur noch wenige Exemplare vorhanden. 

Wirklich schlimm ist, was man über Elefanten erfährt: "Alle 15 Minuten stirbt ein Elefant wegen der #Gier nach #Elfenbein. In Zentralafrika ist der Bestand in nur 7 Jahren um 95% zurückgegangen. Ebenso furchtbar ist das, was man den #Nashörnern antut, auf deren Horn-  trotz Verbot - Jagd gemacht wird, weil ihm eine  heilende Wirkung zugeschrieben wird.

Was man durch dieses großartige Buch lernt? Dass die Natur wunderschöne Tiere hervorgebracht hat  aber der selbstsüchtige Mensch  diese offenbar  immer weniger wertzuschätzen vermag. 

Dieses großartige Werk macht bewusst, dass eine unserer Aufgaben darin besteht, dafür zu sorgen, dass endlich mehr für das Fortbestehen der Artenvielfalt getan wird. Es darf nicht sein, dass wir Tiere zukünftig nur noch in Büchern bewundern können.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Fragile - Der Bildband des meistprämierten Tierfotografen weltweit (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch), 220 Seiten

Rezension: Wald tut gut!: Stress abbauen, Wohlbefinden und Gesundheit stärken- Karin Greiner, Martin Kiem-at verlag

Die Autoren dieses wunderbaren, reich bebilderten Werkes sind #Karin_Greiner, Diplom-Biologin, Dozentin für Kräuterpädagogik, Volksheilkunde und weitere naturorientierte Lehrgänge, langjährige Pflanzenexpertin beim Bayerischen Rundfunk und Autorin zahlreicher Bücher zu Natur- wie auch Gartenthemen und der Psychologe #Martin_Kiem, der eine Zusatzausbildung in Natur- und Waldtherapie gemacht hat und Meditation sowie Achtsamkeit lehrt. Die schönen Fotos für das Buch hat die Naturfotografin #Martina_Weise realisiert. 

Eingangs wird zunächst der Frage nachgegangen, was überhaupt ein #Wald ist. Hier liest man dann u.a. die Definition von #Wald laut #UNESCO aber auch von #FAO. Alsdann wird man mit dem irritierenden Begriff #Waldbaden konfrontiert. Das ist eine naturbezogene Methode aus Japan, um sich zu entspannen, zu entschleunigen und sich temporär von täglichen Stressoren zu befreien. Man erfährt die Gründe, die dazu führen, dass man sich nach der Natur sehnt, liest weshalb es krank macht, wenn man sich zu lange in Innenräumen aufhält, liest zudem von nordischen Glücksstrategien, die in Mitteleuropa den Hang zur Natur verstärkt haben und erfährt, was man unter #Waldpädagogik zu verstehen hat. 

Dann gibt es Übungen, so etwa zum Visualisieren positiver Naturbilder, die dabei helfen, Stress abzubauen. 

Sich dem Wald nähern, heißt zunächst etwas über dessen Geschichte zu erfahren. Mehr als 99,999 Prozent seiner Existenz habe der Mensch in Koevolution mit dem Wald verbracht. Unsere Sinnesleistungen, unser Fühlen und Denken haben sich im Wechselspiel mit der uns umgebenden Natur herausgebildet, liest man. Wen wundert es, dass der Baum dem Menschen ein solch guter Freund ist? Man liest von Mythen, den Augen des Waldes und den Kraftorten dort, die man suchen sollte. 

#Stress_abbauen. Das Thema durchzieht das gesamte Buch. So liest man auch von den Phasen der Stressreaktion und von Bewegung gegen den Stress, auch weshalb Stress zu einem schleichenden Gift werden kann. Während einer Viertelstunde Stresseinwirkung verliert der Körper so viel Vitamin C, wie in einem roten Paprika vorhanden ist. Was man wissen sollte: Stress schadet dem Gehirn. 

Warum wir Grün um uns brauchen? Das erfährt man immer wieder, erfährt auch, welche Bäume wir unbewusst besonders schätzen und lernt das Zusammenspiel von Landschaft und Gesundheit kennen. Man lernt zudem die Sinne zu trainieren, lernt auch die innere Uhr zurückzudrehen und stets aufs Neue Übungen, die wohltuend für uns alle sind. 

Dann taucht man ein in den Wald, erlebt die Artenvielfalt. Allein in mitteleuropäischen Buchenwäldern kommen gut 4300 Pflanzen und Pilzarten und mehr als 6700 Tierarten vor. Man liest von den Seelenrastplätzen, vom Liegen auf Moos und dem sensitiven Wahrnehmen von Wald. Immer deutlicher wird, wie sehr das Grün des Waldes uns und unserer Gesundheit gut tut. 

Dem Moment soll man Aufmerksamkeit schenken, denn auch so lässt sich Stress reduzieren und im Wald angekommen entschleunigt dann unseren Körper und unseren Geist. Eine tolle Übung ist jene, bei der man sich selbst ein Lächeln schenken kann und sehr gut auch ist die Gehmeditationsübung. Auf Spurensuche gehen, führt zu geistiger Ruhe. 

Man erfährt mehr über den Wald in seiner Multifunktionalität, liest über Wälder als gewaltige Kohlenstoffspeicher und dass Wälder wie riesige Klimaanlagen arbeiten. Dann erfährt man Näheres über Waldweihrauch, lernt Merkmale verschiedener Bäume kennen und weiß endlich, was Baumperlen sind. 

Aufgelistet sind berühmte Heilmittel aus dem Wald. Dann liest man erneut, was alles im Wald wohl tut, kann sich mit weiteren Übungen beschäftigen und sich darüber im Klaren werden, was gesunde Geräusche bewirken.

Es führt zu weit, auf alle erfreulichen Fakten im Buch einzugehen. #Waldbaden entspricht momentan in ganz Europa dem Zeitgeist, weil es unterstützend auf unsere geistige, körperliche und seelische Gesundheit wirkt. Man erfährt, worin sich Waldbaden vom normalen Waldaufenthalt unterscheidet, lernt in den vielen Übungen, unendlich viel, was uns gut tut. 

Wie man sich an den Wald erinnert und was man mit Produkten aus dem Wald zubereiten kann, erfährt man am Ende des Buches, liest ganz zum Schluss auch über den Fuchsbandwurm und Zecken und wie man die Risiken und Gefahren im Wald minimieren kann. 

Ein sehr gutes Buch. Maximal empfehlenswert,

Helga König

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Wald tut gut!: Stress abbauen, Wohlbefinden und Gesundheit stärken

Rezension: Die Kuh- Eine Hommage- Werner Lampert-teNeues

Werner Lampert, der Autor dieses reich bebilderten Buches, ist der führende Nachhaltigkeitsexperte in Österreich. Als Bio-Pionier befasst er sich seit den 1970er-Jahren intensiv mit biologischem Anbau. Gemeinsam mit einem Expertenteam hat er sich auf die Entwicklung, Erzeugung und Vermarktung nachhaltiger Bio-Produkte und Konsumgüter spezialisiert. Des Weiteren ist er Autor von drei Büchern und initiierte das Online-Magazin "Nachhaltigkeit. Neu denken."

In seinem Werk "Die Kuh- Eine Hommage", das er  gemeinsam mit einem Fotografen-Team realisiert hat,  vermittelt er, dass unsere religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung ohne Rinder nicht denkbar gewesen wäre. Schon circa 10 000 bis 12 000 Jahre leben Menschen mit und von Rindern. Diese Tiere machten die Erschließung von Gebieten möglich, zu denen sich der Mensch ansonsten nie vorgewagt hätte. 

Im Rahmen von 16 Kapiteln werden Rinder aus aller Welt vorgestellt. Davor allerdings geht der Autor verschiedenen Fragen nach, als da sind: "Warum ist das Rind unser Gefährte?", "Woher kommt unser Gefährte?", "Wie wurde das Rind zu unserem Gefährten?“ "Was lernen wir von unserem Gefährten und was lernte es von uns?"

Bereits vor 30 bis 40 Millionen Jahren begann das Rind sein Vormarschsystem. Seine Ursprünge liegen vermutlich südlich des Himalayas. Dessen Diversifizierung in die Stämme Bovina, Bubalina und Pseudorygina fand vor etwa 13 Millionen Jahren statt. Man liest wie es zu den Vorarten kam und warum die Beziehung zwischen Mensch und Rind ein uraltes Band ist. In diesem Zusammenhang erfährt man auch von dem Auerochsen, dessen Auslöschung durch den Menschen dokumentiert wurde. Diese Tiere wurden zum Symbol der Inbesitznahme der Natur und des daraus zu ziehenden Nutzens.

Das kultische Opfer des Rindes in der frühen Zivilisation muss man wohl als Versöhnungsgabe werten, um die Götter wieder gnädig zu stimmen und die kosmische Ordnung wieder herzustellen, weil man das Tier domestiziert hatte. Mit dem Domestizieren des Rindes habe der Mensch auch sich selbst domestiziert und zwar für eine neue Erfahrung. Nun erschuf der Mensch eine Umgebung für die Tiere, die den Bedürfnissen des Gefährten "Rind" entsprach. Die Verhaltensmuster des Menschen zu diesem Tier wurden über Generationen weitergegeben. Dazu scheint es noch ein Beziehungshormon zu geben, dass bei beiden Lebewesen gleich ist und welches deren soziale Interaktion vereinfacht. 

Der Hirte und die Herdesein ist für uns ein archetypisches Seelenbild, so der Autor, das wir in unsere Menschheitsentwicklung aufgenommen haben und in uns tragen. 

Im 16 Kapiteln lernt man wahrhaft viele unterschiedliche Rinderrassen aus unterschiedlichen Kontinenten textlich und durch beeindruckende Fotos näher kennen, erfährt u.a. stets Näheres zur Körpergröße, zur Abstammung, dem Wesen, der Besonderheit und der Verbreitung. Jedes Kapitel beginnt mit allgemeinen Erläuterungen. Bei den Rinderkulturen in Afrika beispielsweise geht es um die Kühe in den dortigen Schöpfungsmythen, um den afrikanischen Auerochsen und sein Erbe, um Zebus, Buckelrinder, aber auch um die innige Beziehung und das symbiotische Miteinander. 

Dann liest man u.a wie es speziell in der Sahara zu einer besonderen Form des Miteinanders von Hirten und Rindern kam und später dann, dass die Kuh es war, die den Menschen dazu brachte, sein Eins- und Gleichsein mit allem, was lebt, anzuerkennen. Mahatma Gandhi war genau hiervon überzeugt. 

Seite für Seite wird dem Leser und Bildbetrachter dieses schöne Tier vertrauter, das in unterschiedlichen Landschaften oft wie eingepasst wirkt, wie etwa in Graubünden in der Schweiz das "Rätische Grauvieh"

Über die sogenannten Keltenrinder wird man unterrichtet und kann sich mit den Galloway-Rindern befassen, die sofern sie frei aufgewachsen sind, sofort auf Angriff gehen, wenn man ihnen zu nahe kommt. 

Bisons sind ein Thema, auch Wisente in Polen, die in Europas letztem Urwald leben, aber auch Maduras aus Indonesien und Zebus aus dem asiatischen Raum. 

Es führt zu weit, im Rahmen einer Rezension auf all die Tiere einzugehen, die im Buch vorgestellt werden oder diese auch nur aufzuzählen. 

Eine wirkliche Schönheit ist das Sacha Ynaga aus Jakutien/Russland mit seinen beeindruckend wachen  Augen. Das weibliche Tier gibt 1000 Liter Milch im Jahr, wobei der Fettanteil 5 Prozent beträgt. Diese Rinder sind ein Kulturgut und eine bedeutende Genreserve für den Klimawandel.  Sie  können fühlen, leiden und vermissen wie man liest und ihr Glücklichsein drücken sie angeblich mit starken Emotionen aus. 

Von der Kuh in der Mythologie und Ritualen der Gegenwart und Vergangenheit, in denen Kühe die Hauptrolle spielen, liest man ebenso wie von den Rindern in der Kunst. Dann lernt man eine ganze Reihe französischer Rinderrassen kennen. Die Salers sind ein Göttergeschenk, weil sie durch ihre rote Farbe ganz besonders attraktiv sind. Andalusische Rinder und wiederum andere aus der Neuen Welt sind immer noch nicht alles, was es zu sehen gibt und man kann sich mit der Milch der Kühe ausgiebig befassen, die bekanntermaßen der Gesundheit des Menschen zuträglich ist. 

Alles in allen ist das Buch über Kuhrassen und Wildrinder ein Appell, die Artenvielfalt zu bewahren und achtsamer mit den Tieren umzugehen. Massentierhaltung ist natürlich kontraproduktiv, wenn man es mit der Bewahrung der Artenvielfalt Ernst meint. 

Ein großartiges Werk, das ich sehr gerne weiterempfehle, denn es schafft Bewusstsein.

Helga König

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Die Kuh. Eine Hommage - Das Buch mit berührenden Fotografien ursprünglicher Rinderrassen aus aller Welt und umfassenden Informationen (Deutsch) - 26x29,8 cm, 480 Seiten

Rezension: Vom Glück mit Hühnern zu leben- Manuela von Perfall & Jessica Jungbauer- Callwey

Die Autorin dieses Werkes ist Manuela von Perfall, die mit Hund, Papagei und Huhn auf einem Hof in der Nähe von München lebt. Jessica Jungbauer arbeitet als Fotografin und Autorin in Berlin. 

Im vorliegenden, reich bebilderten Buch stellen sie Hühnerfreunde und ihre Geschichten vor. Dabei liest man im Vorwort bereits etwas über die Historie dieses Tieres, das man im 6. Jahrtausend v. Chr. in China bereits kannte. 

Zwölf Frauen und ihre Hühner werden thematisiert. So erfährt man  auch stets, was deren Lieblingshuhn ist. In den einzelnen Textbeiträgen lernt man viel über das Verhältnis Mensch und Huhn. Jede der Damen trägt etwas zum "Hühner-ABC" bei, das sich alle merken sollten, die demnächst auch Hühner als Haustiere halten möchten. 

Isabelle Kerschbauer vom Ursteiner Hof erklärt, was Hühner fressen, was sie brauchen und welches Huhn am besten zu einem passt, während die Journalistin Canan Topcu  uns wissen lässt, dass Hühner sie erden und ihre Seelenverwandten sind. Sie mag federfüßige Zwerghühner am liebsten. Diese Tiere sollen übrigens weniger Bewegungsdrang als glattfüßige Rassen haben. Die Journalistin sagt u.a. "Hühner lassen sich nicht auf Kommando zähmen. Um ihr Vertrauen zu gewinnen, empfehlen sich, Geduld, Gespräch und Zurückhaltung."  Hühner sind uns Menschen offenbar gar nicht so unähnlich.

In einem Interview mit dem österreichischen Theater-, Film- und Fernsehschauspieler Gregor Bloéb, der auch Hühner züchtet,  - er ist der einzig befragte Mann im Buch-  sagt dieser, wie er auf die Idee kam, Hühner zu halten. Doch über sein Lieblingshuhn erfährt man leider nichts. Dafür  verrät er dem Leser ein Rezept für ein Huhn. Typisch Mann.

Anders verhält es sich bei Katharina de Ganay, die das "Sulmtaler" zu schätzen weiß, weil es eine hohe Legeleistung besitzt und leicht mästbar ist. Sie ist es auch, die die Leser wissen lässt, dass manche Hühner ab und an auf den Bäumen übernachten und dass sie nicht schwimmen können. 

Die Herzogin von Bayern mag ihre freien Hühner. Unterwürfige Salonhühner sind demnach nicht ihr Ding. Drei Lieblingshühner hat sie, mag auch deren Mischlinge und weiß, dass man diesen Tieren in puncto Optimismus und Beharrlichkeit etwas abschauen kann. Dass ihre Küken selbst auf dem mit Nympenburger Porzellan eingedeckten Tisch herumhüpfen dürfen, beweist ihre Tierliebe. 

Marianne Bauer lernt man anschließend kennen. Sie betreibt in der 6. Generation eine Land- und Viehwirtschaft im oberbayerischen Alpenvorland und vermittelt, was Tierliebe heißt. Auch die anderen Damen, die man durch die Textbeiträge und Interviews kennenlernt, erweitern die Kenntnisse über Hühner unterschiedlichster Art. 

Die Unternehmerin Eva Büchner mag den "Antwerpener Bartzwerg" am liebsten, der unkompliziert in der Haltung ist. Auf ihrem Hühnerspeiseplan stehen schwarze Sonnenblumenkerne, geschroteter Mais, gehackte Eierschalen, Kräuter aus dem Garten getrocknete Mehlwürmer und Käsekuchen. Dabei muss man wissen, dass Käse und Joghurt die Hühner zum Eierlegen anregen. 

Man erfährt wenig später, was Hühner zum Glücklichsein brauchen. Wichtig sind  vor allem Gebüsche, Verstecke, Grünflächen, Möglichkeiten zum Scharren und Sandbaden. Ein Kompost oder Misthaufen in der Nähe soll für sie übrigens der 7. Himmel sein. 

Über die sogenannte Hackordnung und das Komfortverhalten liest man Wissenswertes und auch das über den psychologischen Nutzen von Hühnern. Ein Interview  mit Dr. Karin Hediger ist sehr lesenswert. Hühner werden u.a. aus therapeutischen Gründen in Schulen eingesetzt, auch in Altersheimen. Sie funktionieren als Brückenbauer und sollen bei Depression, Angst, Autismus, Schwierigkeiten im Sozialverhalten, auch bei körperlichen Erkrankungen helfen. Wichtig ist, nicht nur ein Tier zu halten, denn Tiere möchten mit Artgenossen kommunizieren. Auch ist es wichtig, sie artgerecht zu halten. Dabei muss man wissen, dass nicht alle Hühner Kuscheltiere sind. Es ist notwendig, die Persönlichkeit des Tieres zu respektieren und sie zu nichts zwingen. 

Schön zu erfahren, dass es eine Organisation gibt, die 60 000 "ausgedienten" Legehennen einen artgerechten Lebensabend schenkt. 

Ich staune über die Hühnervielfalt und den liebevollen Umgang mit den Tieren. Im "Lookbook" zum Schluss lernt man diverse Hähne und Hennen im Großformat kennen. Besonders schön ist der "Amrock Hahn, gestreift", der sehr kinderfreundlich sein soll. Betont witzig schaut die "Zwergpaduaner Henne" aus, die als Italo-Schönheit gilt. 

Am Ende des Buches warten die Besitzer der Hühner mit einigen Eierspeisen auf. Sogar ein Eierlikör ist dabei. Damit zeigen sie die Nützlichkeit der Tiere, ohne diese sogleich in den Topf zu stecken und sie in einer Suppe zu verarbeiten. Lobenswert! 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Vom Glück, mit Hühnern zu leben: Hühnerfreunde und ihre Geschichten

Rezension: Unter Bäumen- Rudi Palla- Edition Zeitblende

Dieses ausgesucht schöne Buch aus der Edition Zeitblende trägt den Titel "Unter Bäumen" und wurde von Rudi Palla verfasst. Er erzählt von Begegnungen mit ungewöhnlichen und besonderen Bäumen, Forschungsreisen in exotische Landschaften, auch von Dichtern und Malern, die die poetische Ausstrahlung von Bäumen beschrieben haben. Für sein Buch hat Rudi Palla eine Fülle von Büchern gelesen, die er im Literaturverzeichnis aufgeführt hat. 

Seine beeindruckenden Baumbetrachtungen beginnen mit der "Platane des Hippokrates" und enden mit dem "Baum des Friedens". Schon die Titel der Textbeiträge lassen erahnen, dass hier in gedankliche Tiefe gegangen wird. Illustrationen und Sentenzen, auch Gedichte sind das schöne Beiwerk der informativen Texte, die mit herkömmlichen Büchern über Bäume wenig zu tun haben. 

So liest man beispielsweise über die "Breite Föhre" am Fuße des Kleinen Anninger bei Mödling im Wiener Wald. Das war vormals ein Wallfahrtsbaum, der mit Heiligenbildern und Votivtafeln behängt war. Dichter wie Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund und Robert Musil sollen Spaziergänge zur "Breiten Föhre" unternommen haben, um dort nachzudenken und namhafte Künstler haben ihre Staffelei vor die auffallende Wegmarke aufgestellt und den schönen Baum gemalt. Warum die "Breite Föhre" 1997 gefällt werden musste, wird auch näher beschrieben und beweist mal wieder, dass alles auf dieser Erde vergänglich ist .

Dann irgendwann liest man von einem "weinenden Baum". Diesem Text wurde ein Gedicht von Federico Garcia Lorca vorangestellt. Es geht um den Baum, den die Eingeborenen Hévé nennen und aus dem die Indianer das Harz "Caoutschouc" gewinnen. Die indianische Bezeichnung "Caa-utschu" bedeutet so viel wie "weinender Baum". Darüber und auch über den "Baum des Himmels" wird man unterrichtet, liest vom Brotbaum, über den der Forscher Georg Forster einst eine Monografie schrieb und über viele andere besondere Bäume, nicht zuletzt über den "Baum des Müßiggangs"

Irgendwann schließlich erfährt man mehr über den "Baum des Friedens", gemeint ist der Ölbaum mit seinem immergrünen Laub. Die Olivenkultur wanderte einst von Griechenland nach Italien. Heute wird der Ölbaum zumeist in Reinkultur angebaut und man staunt, wenn man liest, dass in der Europäischen Gemeinschaft die Olivenbauern ungefähr 2/3 der Landwirte ausmachen. Sie sollen im Schnitt jährlich 2,1 Millionen Tonnen Olivenöl produzieren. Dabei ist Spanien der größte Produzent, gefolgt von Italien und Griechenland. Doch weshalb nun der Baum "Friedensbaum" genannt wird, das möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen.... 

Es ist einer der vielen Gründe, dieses Buch zu lesen, das neben zahlreichen Sachinformationen auch Geschichten enthält, so etwa die Legende, dass im Jahr 1308 Johanna, Königin von Aragonien, den Vulkan Ätna besucht habe, mit ihren Reitern dabei in ein heftiges Gewitter geriet und unter einem Kastanienbaum Schutz fand. Der Stammumfang dieser Kastanie soll 68 Meter betragen haben. Noch heute gibt es den teilweise abgestorbenen Baum, den Platon schon gekannt haben soll. Er ist unter dem Namen "Baum der Hundert Pferde" bekannt. 

Ein schönes Buch, nicht nur für Naturfreunde, das daran erinnert, was alles alte Bäume gesehen haben und welche Geheimnisse vielleicht auch deshalb in ihnen verborgen sind. Grund genug, sie zu achten und vor allem zu pflegen.   

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Unter Bäumen: Die Deutschen und der Wald

Rezension: Pasta für Nachtigallen- Ein Handbuch über Vogelpflege aus dem 17. Jahrhundert- Gerstenberg

Dieses Kleinod für Vogelliebhaber beginnt mit einem Vorwort der Bestsellerautorin Helen Macdonald und vereint Texte einer ornithologischen Abhandlung aus dem Jahre 1622 mit den originalen kolorierten Vogelzeichnungen, die als Basis für ihre Illustration dienten. 

Die Zeichnungen der Vögel im vorliegenden Buch sind eine Auswahl derer, die für das Papiermuseum von Cassiano dal Pozzo gefertigt wurden. Heute werden sie in der Royal Library auf Schloss Windsor aufbewahrt.

Die Texte stammen aus dem Werk "Uccelliera". Diese ist u.a. ein Teil einer kontinuierlichen Tradition der europäischen Vogelzucht und erinnert an die Naturschätze, die uns verloren gegangen sind und die wir immer noch Tag für Tag verlieren.

Alle Vögel im Buch sind Abbildungen von Bildern in Aquarell und Deckfarbe über schwarzer Kreide. Dabei beginnt der Reigen mit einer Kohlmeise, dann lernt man den Wiedehopf, die Ammer, den Stieglitz, die Nachtigall und andere Vögel, die fast schon in Vergessenheit geraten sind, kennen. 

Alle Vögel sind ausführlich beschrieben, auch der Kanarienvogel, der mit Schiffen von den Kanarischen Inseln in verschiedene Orte in Europa gelangte. 

Vogelpflege ist  bei den Beschreibungen ein immer wiederkehrendes Thema und so kann man sogar ein Rezept zur Herstellung von Pasta als Futter für die Nachtigall nachlesen und erfährt zudem wie man diese zum Singen ermuntert.

Alles in allem ein zauberhaftes Buch, das sich Vogelfreunde nicht entgehen lassen sollten.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Pasta für Nachtigallen: Ein Handbuch über Vogelpflege aus dem 17. Jahrhundert

Rezension: Die Bäume und das Unsichtbare- Ernst Zürcher- AT Verlag

Prof. Dr. Ernst Zürcher lehrt an der Berner Fachhochschule Holzwirtschaften und ist Lehrbeauftragter an der EPFL Lausanne sowie Lehrbeauftragter für Holzkunde an der ETH Zürich. Dabei widmet er sich in seiner Forschung speziell der Chronobiologie, das heißt der zeitlichen Strukturen und biologischen Rhythmen der Bäume, sowie dem Zusammenhang zwischen den äußeren Bedingungen der näheren und ferneren Umwelt als auch der Anatomie bzw. der Eigenschaften des Holzes. 

Biologen, Physiologen, Botaniker, Forstwissenschaftler und Bioingenieure reflektieren Naturphänomene und stellen sie in Experimenten nach, um sie zu verstehen. Aus diesen Entdeckungen entstehen mitunter nützliche Anwendungsmöglichkeiten. So konnten Pädagogen, Psychologen und Mediziner die Erfahrung machen, dass Bäume und der Wald für das menschliche Wohlbefinden in vielfacher Weise von Bedeutung sind und Meteorologen sowie Klimaforscher sich mit sogenanntem "Wolkensaatgut" näher befassen. 

Was man darunter zu verstehen hat, wird im Buch gut erläutert. Man erfährt, was es bedeutet, dass das Amazonasbecken, das heute noch das "klimatische Herz" der Erde“ ist, zur Wüste zu werden droht. Waldrodungen allerorten zerstören das vitale Ökosystem. In Indonesien und Malaysia haben diese Vorgänge zugunsten von Palmölplantagen bereits zu großen Verwüstungen geführt. 

Zwischen Menschen und Bäumen gibt es ungewöhnliche Beziehungen, die leider in Vergessenheit geraten sind. So sind es die "heiligen Bäume", die ein Fenster in unser Inneres öffnen und zwar im Hinblick auf das Rätsel der Archetypen und des kollektiven Gedächtnisses. 

Man erfährt Näheres darüber, wie im Verlauf der individuellen Entwicklung aber auch der gesamten Evolution Strukturen und Funktionen fortdauernd agieren. In Bezug auf die Physiologie weiß man, dass die Fotosynthese die Quelle der organischen Substanz und des Sauerstoffs ist. Dabei handelt es sich um einen Sauerstoff, der bei der Spaltung von Licht und Wasser entsteht. Fotosynthese ist auch die Quelle neuen Wassers. 

Man erfährt Wissenswertes des Weiteren über die Polarität, die ein wichtiger Grundbegriff für das Verständnis von Pflanzenwachstum ist. Die spiralförmige Anordnung der Nadeln am jungen Kiefernspross verläuft zumeist mit ausgesprochen geometrischem Charakter. Schon Goethe erkannte die "Spiraltendenz, die in der Natur waltet"- und stets im Zusammenhang mit einer "Vertikaltendenz" steht. Die spiralförmige Anordnung steht im Verhältnis der Goldenen Zahl zueinander. All das bringt das Wunder der Natur hervor.

Man liest des Weiteren von den Rhythmen der Bäume, die im Einklang mit den Bewegungen des Mondes im Verhältnis zu anderen Himmelskörpern stehen und konkret vom Säen und Pflanzen im Einklang mit den Mondphasen. Auch über Holz und dessen Nutzung wird man aufgeklärt, sowie  über olfaktorische Eindrücke, die Bedeutung bei der Verwendung  des Holzes erlangen, so etwa bei Sandelholz. 

Spannend zu lesen ist, wie Klänge auf Pflanzen wirken und wie sich Wettervorhersagen mittels Bäumen realisieren lassen.

Dieses und viele andere Facetten im Buch, die an dieser Stelle nicht alle skizziert werden können,  verdeutlichen, dass Regierungen, Zivilgesellschaften und  Forschungsinstitute angehalten werden  müssen, in ihrer Arbeit Wald- und Agrarwirtschaft intensiv einzubinden und zwar in der Form,  in der natürliche Lebensprozesse respektiert werden.

Sehr empfehlenswert

Helga  König 

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Die Bäume und das Unsichtbare: Erstaunliche Erkenntnisse aus der Forschung

Rezension Peter J. König: Das Jagdbuch- Oliver Dorn- teNeues

Schon der erste Eindruck durch die äußere Ansicht dieses famosen Bildbandes ist in ästhetischer Hinsicht sehr beeindruckend. Das Portrait eines röhrenden Hirschs, eingekleidet in das ganz in englischem Grün gehaltene Passepartout, auf dem sich die Goldbeschriftung sehr gediegen und werthaltig ausmacht, ist überzeugend. 

"Das Jagdbuch", herausgegeben von Oliver Dorn und verlegt bei teNeues, dem Verlag mit so vielen, großartigen Bildbänden, ist ein informatives und schön gestaltetes Werk, das die Jagd zum Thema hat, in all seinen unterschiedlichen Facetten und dabei immer von größtem künstlerischen Ausdruck. So wie das Erscheinungsbild durchgehend durch das ganze Bildwerk überaus edel daherkommt, so sind auch die vielfältigen Textpassagen, jeweils in Englisch, Deutsch und Französisch verfasst, sehr fundiert, erklärend und mit sehr viel Verantwortung und ohne übertriebene Passion gehalten. 

Das Jagen ist so alt wie die Menschheit, diente diese Ernährungsweise doch neben dem Sammeln von Kräutern, Beeren und Früchten dazu, den Erhalt und die Versorgung der Menschen viele Jahrtausende zu gewährleisten. Die Jagd ist im Urinstinkt des Menschen verankert, und wenn es heute auch nicht primär der Ernährung dient, so hat sich das Verhaltensmuster auf solche Gebiete wie Glück, Einkommen oder auch Anerkennung in der Gesellschaft verlagert. 

Das eigentliche "Auf die Jagd gehen", also das Nachstellen und Töten von Tieren, für viele höchst umstritten und verabscheuungswürdig, dient heutzutage dem seriösen Waidmann der Hege und Pflege der Natur, wozu selbstverständlich ein gesunder und deshalb eingeschränkter Tierbestand zählt. "Wildes Herumballern" aus Selbstdarstellung und Größenwahn,  hat da überhaupt nichts zu suchen. Und genau darum geht es beim Vorwort des Autors Oliver Dorn, der Mitherausgeber und Chefredakteur des Jagdmagazins Halali ist. 

Bertram Graf von Quandt schildert in seiner Einleitung wieviel Verantwortung aber auch Leidenschaft ein Jäger mitbringen muss, um waidmannsgerecht heutzutage zur Jagd zu gehen. Auch wird mit der Mär aufgeräumt, dass nur Adelige und Reiche sich die Jagd leisten können, es gibt mittlerweile eine Vielzahl von öffentlichen Jagdvereinen, wo sich jeder unbescholtene Erwachsene zum Jäger ausbilden lassen kann, um anschließend bei privaten und öffentlichen Jagden seiner Passion nachzugehen. 

Nach der entsprechenden Aufklärung beginnen nun die Kapitel mit der Historie der Jagd, angesprochen unter der Überschrift "History of Hunting", wo anhand von praehistorischen Höhlenzeichnungen gezeigt wird, wie einst unsere Vorfahren dem Wild nachgestellt sind. Es folgen die Unterkapitel: Hunting Antiquities, also historische Jagdgegenstände als Sammelobjekte, Hunting Art, die Jagd in der Kunst, wozu auch die unzähligen Jagdmotive zählen, Taxidermy, die Fähigkeit Tiere zu präparieren, Hunting Fashion, also Jagdbekleidung, Hunting Dogs, alle Arten von Jagdhunden von der Antike bis heute, Weaponery, gemeint sind alle Sorten von Jagdwaffen auch vom Ursprung bis in die Neuzeit, Ways of Hunting, welche Art des Jagens praktiziert wird und schließlich die Königsdisziplin, die Jagd mit Greifvögel. 

Im nächsten Kapitel "Hunting International" werden die verschiedenen Jagdarten in den unterschiedlichsten Ländern weltweit vorgestellt, von Europa bis Fernost, Afrika und Nord-und Südamerika. Es folgt mit "Hunting Destinations" eine Vorstellung ganz bestimmter Jagd-Gebiete, wo mit Hilfe von ausgesuchten Jagd-Veranstaltern verschiedenste Jagdmöglichkeiten angeboten werden, etwa in Patagonien, Schottland, England oder auch Korsika. 

Unter der Überschrift "Famous Brands" folgen dann die bekanntesten Ausrüster rund um die Jagd. Das fängt natürlich bei den Jagdwaffen an, geht über jagdliches Zubehör, wie Taschen, Rucksäcke und Gewehrhüllen, und selbst, wer sich eine schmucke Jagdhütte in sein Revier stellen möchte, wird hier fündig. Danach steht das leibliche Wohl an, in Form von "Game Recipies". 

Höchst interessante und geschmackvolle Wildrezepte werden akribisch aufgelistet, so etwa Damhirsch-Steaks im Nussmantel, eine gehaltvolle Wildgulaschsuppe oder ein argentinisches Asado, das ein heimisches Grillfest geradezu mickrig aussehen lässt. Oder wie wäre es mit einer "Steinpilze-Focaccia mit Rehrücken"? Kein Problem, Rezeptur und die Art der Zubereitung werden hier genau beschrieben. 

Zum Schluss kommen noch einige passionierte Jäger zu Wort, die erklären, warum sie zur Jagd gehen, wie lange schon und wo ihre bevorzugten Jagdgründe zu finden sind. Und dabei handelt es sich beileibe nicht nur um Männer, denn auch immer mehr jagdbegeisterte Frauen gehen dieser Leidenschaft nach. Man mag ja zur Jagd stehen wie man will, dieser Bildband jedenfalls zeigt auf höchst gekonnte und beindruckende Art, alles was es um die Jagd herum passiert. 

Natürlich wieder wunderbare Aufnahmen von Jägern in der Natur, ebenso dem Respekt vor dem Wild, selbst dann wenn es erlegt ist. Die Jagd war einst ein königliches Privileg. Dass dies sich geändert hat, wird in diesem brillanten Bildband von teNeues sehr deutlich. Deutlich wird aber auch, dass heutzutage mit der gleichen Faszination das weidmännische Treiben einer immer größer werdenden Gruppe von Menschen sehr verantwortlich am Herzen liegt und sie damit neben der Hege und Pflege von Natur und Wildbestand ein Stück alter Kultur aufrechterhalten.

Der Bildband "Das Jagdbuch" von Oliver Dorn und teNeues legt in höchst künstlerischer Form Zeugnis davon ab. 

Sehr empfehlenswert. 

Peter J. König

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Das Jagdbuch, Deutsche Ausgabe

Rezension Peter J. König -Die Welt der Pferde- Peter Clotten- teNeues

Wiederum ist es dem teNeues Verlag gelungen, einen geradezu spektakulären Bildband zu konzipieren. Das Thema ist den edlen Pferden gewidmet. Autor dieses eleganten und grandiosen Bildwerkes ist Peter Clotten, ein versierter Pferdeexperte, der als Journalist und Autor nicht nur bereits mehrere Bücher über ganz besondere Pferde und ihre Trainer veröffentlicht hat. Er selbst ist Besitzer mehrerer Pferde, darunter einem Quarter-Horse-Zuchthengst. Neben seinen zahlreichen Reisen organisiert er zusammen mit dem amerikanischen Fotograf Tony Stromberg laufend Pferdefotografie-Workshops. 

Für das Vorwort hat teNeues ebenfalls zwei sehr versierte Pferdekenner und Pferdeliebhaber gewonnen, zum einen die sehr engagierte Polo-Spielerin Anna Prinzessin zu Oettingen-Wallerstein und des Weiteren den Vizepräsident des Münchner Rennvereins und Mitglied des Verbandes der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. , Franz Prinz von Auersperg. 

Der Bildband ist zunächst untergliedert in die Bereiche Galopprennen, Springreiten, Dressur und Polo. Zudem werden die wichtigsten Turniere und Schauplätze in diesen vier Pferdesportarten thematisiert und so berühmte Events wie den "Prix de l´Arc de Triomphe" in Paris, Royal Ascot in England, Iffezheim in Baden-Baden, Breeders´Cup in den USA, Cheltenham Festival in England, Dubai World Cup in den Vereinigten Emiraten und in den USA das Kentucky Derby und den Pegasus World Cup in Florida vorgestellt. 

Im Pferde-Rennsport gehören sie alle zu den absoluten Highlights in dieser Szene. Ebenso sieht es bei den Springreitern aus. Auch hier werden die wichtigsten Veranstaltungen in dieser Sparte genannt, als da sind: Paris Eiffel Jumping in Paris, Longines Global Champions Tour in Miami Beach, das berühmte und vielleicht wichtigste Turnier mit dem Chio Aachen in Deutschland und Spurce Meadows Masters in Calgary. Es folgen die größten Dressur-Veranstaltungen mit der FEI World Cup Dressage in Nebraska, das Chio Rotterdam in den Niederlanden und die Olympic Games 2016 in Rio de Janeiro. Abgerundet wird der Events & Locations-Block mit dem sehr exklusiven Polosport, der seine Tops beim Snow Polo World Cup in St. Moritz hat, aber auch bei den East Coast Open in Connecticut, beim Dubai Polo Gold Cup in den Vereinigten Emiraten, The Triple Crown in Argentinien und dem Queen´s Cup in England. 

Zu allen Veranstaltungen gibt es eine Fülle von spektakulären Bildern, die immer die großartigen Pferde und ihre teils majestätische, teils sportliche Ausstrahlung in den Mittelpunkt stellen. Hier war jeweils ein wahrer Meister-Fotograf am Werk. Aber dieser meisterhafte Kunstband weiß auch andere Geschichten zu erzählen. Etwa über Tobbe Larson, einem in Südschweden beheimateten Trainer von Spitzenpferden, die er auf seinem Landgut nicht nur selbst züchtet, sondern sie auch dort für die größten Pferdeshows trainiert. Weiterhin werden weltbekannte Größen in den verschieden Pferdesportarten vorgestellt, etwa Isabell Werth, die Weltmeisterin im Dressurreiten, Anna Prinzessin zu Oettingen-Wallerstein als herausragende Polo-Spielerin, die ja auch das Vorwort verfasst hat, Frankie Dettori, einer der weltbesten Jockeys und Nic Roldan, seines Zeichens Polo-Champion, ebenso noch Ludger Beerbaum, dem nachgesagt wird, einer der allerbesten unter den Springreitern zu sein. Damit ist aber noch lange nicht Schluss mit schönen Bildern und informativen Texten in diesem so gelungenen Bildwerk. 

Man erfährt etwas über das Westernreiten und auch hier gibt es Spitzenveranstaltungen, wie etwa die FEI World Reining Championships in der Schweiz oder die AQHA World Championship Show in den USA. Danach wird die Pferdezucht thematisiert. Dazu werden berühmte Ställe vorgestellt, wie etwa die Figueras Polo Stables in Argentinien, der Rennstall Wöhlers in Gütersloh, die Claiborne Farm in Kentucky oder etwa die Lovelocks Polo Stud in Argentinien. Natürlich dürfen auch die berühmten Reitschulen nicht vergessen werden, die alle ihren eigenen Stil seit Jahrhunderten pflegen, als da sind: Cadre Noir in Saumur/Frankreich, Royal Andalusian School of Equestrian Art in Jerez/Spanien, die Spanische Hofreitschule in Wien und The Portuguese School of Equestrian Art in Portugal. Großartig geht es weiter in diesem Edel-Bildband. Thematisiert werden nun Fotografen, die durch ihre Aufnahmen von Pferden weltberühmt wurden. Da sind Tim Flach aus England, Tony Stromberg aus den USA und Vanessa von Zitzewitz aus Monaco. Jetzt kommen auch noch die besten Spezialisten für das Zubehör rund um das Pferd zum Zug. 

Dabei handelt es sich um die besten Handwerker für Pferdesättel, Reitstiefel aber auch Pferdedecken, alles per Hand hochexklusiv gefertigt. Wo man alles dieses erstehen kann, zeigt das nächste Kapitel, denn über die Welt verteilt gibt es elegante Geschäfte, die den Equestrian Lifestyle in allen Variationen anbieten, so etwa bei Reitsport Max Benz in München oder wer es lieber etwas entfernter mag, bei Balios Saddles & Style in Südkorea, Ella in Peking oder Maison Guibert in Paris, nicht zu vergessen bei Manhattan Saddlery in New York. Und noch mehr Lifestyle gefällig? 

Dann geht’s zu Ralph´s Coffee & Bar in der Regent Street in London, wo der Designer Ralph Lauren neben seinem Flag-Store ein Refugium voller Atmosphäre und Ruhe geschaffen hat, um sich vom Stress des Shoppings zu erholen. Und wer dann noch mehr Ruhe und Erholung nötig hat, dabei aber immer die schönsten Pferde in seiner Nähe wissen will, für den wartet dieser Exklusiv-Bildband mit einer Reihe von luxuriösen Hotels auf, verteilt über die ganze Welt, die neben Pferden auch mit viel Natur nicht geizen und alles in einem einzigartigen Ambiente. Sie wollen Namen wissen? 

Also, da sind das Grace Cafayate in Argentinien, das Nihiwatu Resort in Indonesien, das Wolgan Valley Resort & Spa in Australien, das Castello di Reschio in Italien, die Pueblo Estancia La Paz in Argentinien, das Ashford Castle in Irland, The Ranch at Rock Creek in Montana/USA, das Four Seasons Hotel Hampshire in England, das Grootbos Private Nature Reserve in Südafrika und das Desert Palm Per Aquum in den Vereinigten Emiraten. 

Für´s erste dürfte dies ja wohl reichen, zumal nun das Werk vollbracht ist, was so viel heißt, dass keine weiteren Kapitel mehr folgen. Fehlt nur noch der Abspann, und der ist schnell auf den Punkt gebracht. Der Bildband von teNeues und seinem Autor Peter Clotten ist geradezu eine Augenweide, nicht nur weil er großartiges Bildmaterial zeigt und sehr erläuternde Textpassagen in englischer, deutscher und französischer Sprache anbietet, ebenso die ausgesuchte, geschmackvolle Farbwahl, er ist auch haptisch ein Vergnügen, sowohl durch seine angenehme Struktur der Buchdeckel, als auch durch das besondere Papier auf dem Bild und Schrift gedruckt wurden. Aber das kennt man ja von teNeues, hier ist das Beste gerade gut genug. 

Für Pferdeliebhaber, besonders wenn die edelsten Rösser ihnen es angetan haben, ist der Bildband " Die Welt der Pferde" geradezu ein Muss und für Freunde einer guten Bibliothek ein wahres Highlight. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. König


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Die Welt der Pferde, Deutsche Ausgabe

Rezension: Bäume auf die Dächer- Wälder in die Stadt!- Projekte und Visionen eines Naturdenkers- Conrad Amber- Kosmos

Autor dieses wirklich lesenswerten Buches ist Conrad Amber, dessen Bildband "Baumwelten" ich vor geraumer Zeit auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt habe. 

"Bäume auf die Dächer- Wälder in die Stadt!", ein Plädoyer für mehr Grün, ist in 7 Abschnitte untergliedert. Dabei handelt es sich um nachstehende Kapitel, die alle dem Thema "Bäume und wir" untergeordnet sind. 

Der Autobahnwald 
Neue Baumwege 
Grüne Häuser 
Die Rückkehr der Natur 
Erholung im Wald 
Baumpersönlichkeiten 
Waldesruhe 

Es ist kein Geheimnis, dass die Städte und Dörfer der Gegenwart immer öfter die Natur verdrängen. Doch man muss sich dieses bewusst machen und die Probleme erkennen, die sich daraus ergeben. Immer mehr wertvoller Boden wird versiegelt durch Verkehrsflächen, Wohngebäude, Gewerbegebiete und Einkaufszentren. Der weltweite CO 2  Gehalt soll nach einer Studie des Mauna Loa Observatory auf Hawaii noch nie so hoch wie heute gewesen sein. 

Hier in Deutschland leben 80 Prozent der Bevölkerung in städtischen Ballungsgebieten. Täglich werden 70 ha verbaut und versiegelt. Das sind 260 km² pro Jahr. Amber sagt zu Recht: "Wie wir mit der Natur, mit den Bäumen und Wäldern umgehen, ist weder logisch noch ökonomisch oder ästhetisch nachvollziehbar." 

Die einzelnen 7 Kapitel bauen nicht aufeinander auf, sodass man gewissermaßen auch mitten im Buch einsteigen kann, wenn man an einem bestimmten Kapitel besonders interessiert ist, so etwa an "Grüne Häuser". Hier liest man u.a. von Dachbegrünungsprojekten und grünen Fassaden, die wesentlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen in urbanen Gebieten beitragen. In Stuttgart werden Dachbegrünungen schon seit längerem gefördert. Auf diese Weise sind in den letzten Jahren über 60. 000 m² private Grünflächen entstanden, dazu kommen dann noch auf öffentlichen Gebäuden Grünflächen in Höhe von 130.000 m². Mittlerweile ist z. B. in der Münchner Innenstadt eine verdichtete Bauweise nur dann noch erlaubt, sofern die Dachflächen begrünt werden. Diesen Weg begrüßt Conrad Amber, weil auf diese Weise die Grünflächen wieder hergestellt werden. 

Fassadenbegrünung zur Straße hin z. B. bewirkt ein spürbar besseres Klima in der Wohnung. Auch liest man von Dachgärten, die Vorteile für Menschen und Tiere erbringen. Grünfassaden schlucken den Lärm und wirken zudem als Feinstaubfilter. Man erfährt, weshalb Bäume so überaus wichtig sind in Stadtgebieten und liest, dass es in Berlin schon über 440.000 Straßenbäume gibt. Frankfurt erfreut sich ungefähr 200.000 Stadtbäumen und rund 40 Parks. 

Beruhigend zu lesen, dass in den Städten Mitteleuropas die Biodiversität- die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren- zunimmt. Nach Amber sollte allerdings die Verbindung mit Korridorwälder, Alleen und Grüngürteln ein ökologisches Muss sein. Der Naturdenker plädiert zudem für mehr naturnahe Parkflächen und erläutert die Gründe dafür. 

Es führt zu weit nun alle Abschnitte im Buch hier abzuhandeln.  Nicht unerwähnt lassen möchte ich das Kapitel "Baumpersönlichkeiten". So liest man von einer 100 jährigen Buche, die pro Jahr sechs Tonnen Kohlendioxid und rund eine Tonne Feinstaub samt Luftverschmutzung in ihrer Biomasse bindet. Zudem kann sie 400 Liter Wasser pro Tag verdunsten, wodurch die Luft merklich abkühlt. 

Wer 10 Bäume in seinem Umfeld weiß, hat die Chance 10 länger zu leben. 

Über den pfleglichen Umgang mit Bäumen nachzudenken, halte auch ich für überaus wichtig. Es stimmt, wir müssen uns für die Bäume, die uns halten, ernähren und gute Luft schenken, einsetzen, sollten begreifen, weshalb für unsere Vorfahren alte Bäume heilig waren. Der Wald als Ort der spirituellen Versenkung und Kraftorte als Mittelpunkt des Waldes könnten uns lehren mit der Natur wieder im Einklang zu leben und endlich ökologisch umzudenken. Der Klimawandel ist in vollem Gange, was das heißt, wissen wir.

Sehr interessant sind die Bilder zum Schluss, die Visionen, Projekte und Beispiele für mehr Grün aufzeigen. Alles ist eine Frage der Vernunft und des Wollens, auch ein Naturweg mitten in der Stadt...

Sehr empfehlenswert.
Helga König

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Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt!: Projekte und Visionen eines Naturdenkers