Rezension: Bäume auf die Dächer- Wälder in die Stadt!- Projekte und Visionen eines Naturdenkers- Conrad Amber- Kosmos

Autor dieses wirklich lesenswerten Buches ist Conrad Amber, dessen Bildband "Baumwelten" ich vor geraumer Zeit auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt habe. 

"Bäume auf die Dächer- Wälder in die Stadt!", ein Plädoyer für mehr Grün, ist in 7 Abschnitte untergliedert. Dabei handelt es sich um nachstehende Kapitel, die alle dem Thema "Bäume und wir" untergeordnet sind. 

Der Autobahnwald 
Neue Baumwege 
Grüne Häuser 
Die Rückkehr der Natur 
Erholung im Wald 
Baumpersönlichkeiten 
Waldesruhe 

Es ist kein Geheimnis, dass die Städte und Dörfer der Gegenwart immer öfter die Natur verdrängen. Doch man muss sich dieses bewusst machen und die Probleme erkennen, die sich daraus ergeben. Immer mehr wertvoller Boden wird versiegelt durch Verkehrsflächen, Wohngebäude, Gewerbegebiete und Einkaufszentren. Der weltweite CO 2  Gehalt soll nach einer Studie des Mauna Loa Observatory auf Hawaii noch nie so hoch wie heute gewesen sein. 

Hier in Deutschland leben 80 Prozent der Bevölkerung in städtischen Ballungsgebieten. Täglich werden 70 ha verbaut und versiegelt. Das sind 260 km² pro Jahr. Amber sagt zu Recht: "Wie wir mit der Natur, mit den Bäumen und Wäldern umgehen, ist weder logisch noch ökonomisch oder ästhetisch nachvollziehbar." 

Die einzelnen 7 Kapitel bauen nicht aufeinander auf, sodass man gewissermaßen auch mitten im Buch einsteigen kann, wenn man an einem bestimmten Kapitel besonders interessiert ist, so etwa an "Grüne Häuser". Hier liest man u.a. von Dachbegrünungsprojekten und grünen Fassaden, die wesentlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen in urbanen Gebieten beitragen. In Stuttgart werden Dachbegrünungen schon seit längerem gefördert. Auf diese Weise sind in den letzten Jahren über 60. 000 m² private Grünflächen entstanden, dazu kommen dann noch auf öffentlichen Gebäuden Grünflächen in Höhe von 130.000 m². Mittlerweile ist z. B. in der Münchner Innenstadt eine verdichtete Bauweise nur dann noch erlaubt, sofern die Dachflächen begrünt werden. Diesen Weg begrüßt Conrad Amber, weil auf diese Weise die Grünflächen wieder hergestellt werden. 

Fassadenbegrünung zur Straße hin z. B. bewirkt ein spürbar besseres Klima in der Wohnung. Auch liest man von Dachgärten, die Vorteile für Menschen und Tiere erbringen. Grünfassaden schlucken den Lärm und wirken zudem als Feinstaubfilter. Man erfährt, weshalb Bäume so überaus wichtig sind in Stadtgebieten und liest, dass es in Berlin schon über 440.000 Straßenbäume gibt. Frankfurt erfreut sich ungefähr 200.000 Stadtbäumen und rund 40 Parks. 

Beruhigend zu lesen, dass in den Städten Mitteleuropas die Biodiversität- die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren- zunimmt. Nach Amber sollte allerdings die Verbindung mit Korridorwälder, Alleen und Grüngürteln ein ökologisches Muss sein. Der Naturdenker plädiert zudem für mehr naturnahe Parkflächen und erläutert die Gründe dafür. 

Es führt zu weit nun alle Abschnitte im Buch hier abzuhandeln.  Nicht unerwähnt lassen möchte ich das Kapitel "Baumpersönlichkeiten". So liest man von einer 100 jährigen Buche, die pro Jahr sechs Tonnen Kohlendioxid und rund eine Tonne Feinstaub samt Luftverschmutzung in ihrer Biomasse bindet. Zudem kann sie 400 Liter Wasser pro Tag verdunsten, wodurch die Luft merklich abkühlt. 

Wer 10 Bäume in seinem Umfeld weiß, hat die Chance 10 länger zu leben. 

Über den pfleglichen Umgang mit Bäumen nachzudenken, halte auch ich für überaus wichtig. Es stimmt, wir müssen uns für die Bäume, die uns halten, ernähren und gute Luft schenken, einsetzen, sollten begreifen, weshalb für unsere Vorfahren alte Bäume heilig waren. Der Wald als Ort der spirituellen Versenkung und Kraftorte als Mittelpunkt des Waldes könnten uns lehren mit der Natur wieder im Einklang zu leben und endlich ökologisch umzudenken. Der Klimawandel ist in vollem Gange, was das heißt, wissen wir.

Sehr interessant sind die Bilder zum Schluss, die Visionen, Projekte und Beispiele für mehr Grün aufzeigen. Alles ist eine Frage der Vernunft und des Wollens, auch ein Naturweg mitten in der Stadt...

Sehr empfehlenswert.
Helga König

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Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt!: Projekte und Visionen eines Naturdenkers

Peter J. König- Jungle Spirits- Christian Ziegler. Daisy Dent- teNeues

Der Fotojournalist Christian Ziegler, er ist spezialisiert auf Naturkunde und wissenschaftliche Themen, hat für viele bedeutende Publikationen gearbeitet, wie etwa den Zeitschriften GEO oder National Geographic. Der gelernte Tropenökologe ist mit seinen Werken vielfach ausgezeichnet worden. Zusammen mit dem teNeues Verlag hat er diesen grandiosen Bildband "Jungle Spirits" aufgelegt, der zum Thema die exotische Vielfalt hat, die in der unberührten Wildnis tropischer Wälder rund um den Globus noch zu finden ist. Die Ökologin Daisy Dent, sie ist bereits seit über 15 Jahren in tropischen Regenwälder unterwegs, brachte ihre Kenntnisse mit ein, die sie durch ihre Forschungen für ihre Doktorarbeit in Panama, Brasilien und Malaysia erworben hatte.

Christian Ziegler hat mit seinen Fotowerk "Jungle Spirits" auf eine besonders beeindruckende Weise es verstanden, dem Betrachter die Schätze der Natur in den Tropenwälder näher zu bringen. Dies gelingt ihm mit atemberaubenden, wunderschönen Aufnahmen, von großen und kleinen Tierarten, die in diesen tropischen Gefilden heimisch sind, und die sich durch eine ganz einmalige Farbenpracht und Exotik auszeichnen. Dies gilt auch für die beeindruckende Pflanzenwelt, die der Fotojournalist großartig in Szene setzt.

Christian Ziegler und Daisy Dent wollen diesen spektakulären Fotoband auch unbedingt als dringenden Aufruf sehen, die Tropenwälder weltweit zu bewahren. Für viele Tier- und Pflanzenarten ist der tropische Urwald die Lebensgrundlage. Ohne ihn ist das Überleben so außergewöhnlicher Kreaturen, wie Bonobos, Chamäleons oder seltener Arten von Fledermäusen in freier Wildbahn nicht möglich. Auch die Vielfalt exotischer Pflanzen, die sich gerade durch ein prächtiges Farbenspiel auszeichnet, droht zu verschwinden, wenn es nicht gelingt, das Roden riesiger Urwald-Gebiete in Ostasien, Afrika und Mittel- und Südamerika zu stoppen.

Was dann für die Menschheit unwiederbringlich verloren gegangen ist, dies zeigt der Autor mit seinen einmaligen Fotografien hier in diesem herrlichen Bildband. Diese sind in mehr als zwanzig Ländern der Erde entstanden und obwohl auf vier Kontinenten fotografiert, zeigen die Aufnahmen doch einen inneren Zusammenhang all dieser Dschungel-Gebiete, in Form ihrer Exotik, ihrer Vielfalt, ihrer Üppigkeit und ihrer Tiere und ihrer Pflanzen. Damit wird auch klar, zu was die Natur imstande ist hervorzubringen, wenn der Mensch sie nicht permanent in ihrer Entfaltung hindert oder noch viel schlimmer, einfach ausrottet. Christian Ziegler zeigt es, mit jeder Aufnahme. Er zeigt damit aber auch welcher Schätze sich die Menschen selbst berauben, wenn sie durch die Abholzung riesiger Waldgebiete übergegangen sind, Monokulturen entstehen zu lassen, die nach einem Jahrzehnt durch das Auslaugen des Bodens, zu versteppen drohen. Tiere und Pflanzen, wie sie hier zu sehen sind, gibt es in diesen Gebieten dann schon lange nicht mehr.

Wenn Daisy Dent auch die erläuternden Texte, speziell aus ihrer ökologischen Sicht geschrieben hat, übrigens wie alle schriftlichen Passagen in englischer, deutscher und französischer Sprache, so sind es doch die spektakulären Aufnahmen, die absolut begeistern. Farblich brillant, ausdrucksstark und exotisch hat der Fotograf Christian Ziegler sein ganzes Können aufgeboten, um diese einzigartige Tier- und Pflanzenwelt im Bild festzuhalten, wenn Bonobos oder Orang-Utans durch die Baumwipfel streifen, oder ein Chamäleon in assimiliertem Grün, wie die Urwaldfarbe, mit herausschnellender Zunge ein kleines Beutetier umschlingt, wenn exotische Schlangen zeigen, wie gut sie sich tarnen können, oder Tiere die man als Blätter oder Pflanzenteile vermutet, sichtbar werden. Dies wird hier in einer grandiosen Weise fotografisch nahe gebracht.

Das gilt ebenso für die üppige Pflanzenwelt, die gerade durch ihre Farbintensität begeistert. Wie immer begeistert auch die Präsentation des Werkes durch teNeues. Bild und Text sind absolut hochwertig, ebenso die Gestaltung innen wie außen. Damit der Betrachter sich noch besser in die Fotografien vertiefen kann, hat der Autor und Fotograf bei vielen Bildern erläutert, wie sie zustande gekommen sind und was so ganz besonders an ihnen ist. Auch dies ist ein Merkmal der ganz außergewöhnlichen Bildbände, mit denen der Verlag teNeues immer wieder aufwartet. Dieses Mal jedoch ist das Werk ganz besonders beeindruckend, denn die exotische Farbvielfalt ist unnachahmlich. Um bereits einen kleinen Vorgeschmack zu vermitteln, hier ein paar Auszüge aus dem Inhaltsverzeichnis. Gegliedert ist der Bildband in vier Hauptgruppen, die jeweils durch Einzelkapitel ergänzt werden:

Es beginnt mit dem Vorwort:
Dem Leben auf der Spur

1. Eine Vision von den Tropen

2. Grundlagen
Grün, Braun, Pflanzen, Blüten & Früchte, Biodiversität, Schönheiten & Pflanzenfresser, Orchideen, Fleischfressende Pflanzen

3. Dschungelgeister
Kasuare, Treiberameisen, Chamäleons, Fledermäuse Panamas, Ozelots und Bonobos

4. Interdependenz & Interaktion
Bestäubung, Orchideen & ihre Bestäuber, Samenverbreitung, Pflanzenfresser, Jäger, Mimikry & Tarnung, Cantina Ochtoma, die Menschen & der Wald und was können Sie tun?

Betrachtet man allein den Einband von "Jungle Spirit", dann wird sofort klar, worauf man sich freuen kann. Man hält einen Bildband in den Händen, dessen Aufnahmen nur so von Farbintension strotzen, äußerst informativ und erkenntnisreich von dem Leben und der Vegetation in diesen Bereichen unserer Erde erzählen und gleichzeitig aber bewusst machen, dass wir diese Schätze der Natur niemals aufgeben dürfen.

Sehr empfehlenswert

Peter J. König

Überall im Handel erhältlich
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Rezension: Baumwelten und ihre Geschichten- Conrad Amber

Mit sehr viel Freude schaue ich mir immer wieder die Fotos im vorliegenden Prachtband an, die der in Österreich lebende Fotograf Conrad Amber realisiert hat. Das Grußwort zu diesem atemberaubenden Werk hat Olaf Tschimpke verfasst. Er ist der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland e.V. 

650 Fotografien in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol warten auf den Betrachter. Dabei ist das Buch in zwei Teile untergliedert. Im ersten Teil werden Bäume und im zweiten dann Wälder fokussiert. Bevor man sich mit den Fotos befassen kann, wird man zunächst textlich mit dieser grünen Welt vertraut gemacht. 

Bäume besiedeln selbst die unwirtlichsten Gegenden, halten vielfältigen klimatischen Bedingungen stand und haben insofern eigene Lebensformen entwickelt. Wie sehr man Bäume und Wälder seit alters her schätzt, zeigt sich beispielsweise an Ortsbezeichnungen. So gibt es, wie Conrad Amber den Leser wissen lässt, in Deutschland rund 7000 Orte, die einen Baum oder Wald in ihrem Namen tragen, dazu kommen entsprechende Bezeichnungen für Gasthäuser etc. 

Man liest u.a. Wissenswertes über das Alter von Bäumen. Nicht wenige der an die siebzig heimischen Baumarten werden mehr als 300 Jahre alt. Eichen und Linden sind mitunter 600 Jahre und älter und in der Normandie, auch in Kent und Hampshire sollen Eiben schon 2000 Jahre leben. Sie und Olivenbäume zählen zu den ältesten Lebewesen Europas. Noch weitaus älter sind Mammutbäume in den USA. Es stellt sich die Frage, wie Bäume leben, wenn sie so alt werden können.  Auch  darüber wird man aufgeklärt und liest zudem Wissenswertes über das Wesen der Bäume, so etwa über Jahresringe, auch über die Photosynthese, jene Eigenschaft, die über Chlorophyll aus Licht, Kohlendioxyd, Wasser und Nährstoffen Wachstum möglich machen.  Zudem ist der Wert des Baumes ein Thema. 

Dann schließlich hat man Gelegenheit,  Bäume aufgrund wunderschöner Fotos kennen zu lernen. Jede gezeigte Baumart wird textlich kurz skizziert und man erhält stets konkrete Eckdaten zum Standort, Stammumfang, Höhe, Krone, Alter, dazu noch Geoeckdaten. Die Aufnahmen sind zu unterschiedlichen Jahreszeiten entstanden. 

Gezeigt werden u.a. diverse uralte Eichen, einige davon sind schon 700 Jahre alt. Die bekannteste Eiche ist übrigens bei Ivenack in Mecklenburg- Vorpommern zu bewundern. Sie zählt ca. 900 Jahre.

Man erfährt, dass Bäume miteinander in Verbindung stehen, kommunizieren und aufeinander reagieren und begreift, dass auch sie beseelt sind wie die ganze Natur, was leider Umweltterroristen nicht bekannt ist. 

Laub- und Nadelbäume unterschiedlicher Art werden präsentiert, darunter auch die von mir besonders geschätzten Linden. Dieser alte Kulturbaum findet sich oft in Alleen, in Gastgärten, vor Kirchen und Dorfplätzen. 880 Jahre alt ist eine Linde in Königslutter.  Die Äste hängen bis zum Boden. Faszinierend. 

Eine Vielzahl traumhaft schöner Linden reihen sich im Buch aneinander. Zu jeder liest man Wissenswertes und wünscht sich diese Bäume berühren zu können, um ihre Kraft zu spüren. 

Conrad Amber sagt beim Anblick einer alten Weide: "Ich verbinde mit der Kraft des Baumes- sie schwingt in mich über und ich bin im Einklang mit der Natur.“ 

Genau darum geht es:  Im Einklang mit der Natur zu sein. Wer dies ist, will ihr nicht schaden.

Neben all den Bäumen erfährt man zudem Wissenswertes über Wälder, die Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere sind. So auch liest man über die Vogelwelt im Auenwald, auch über Buchenwälder, die neben Eichenwäldern vormals vorherrschend in Europa waren und bestaunt Farne und anderes mehr. Dass es einen Linden-Urwald gibt, weiß gewiss nicht jeder. Der Ursprung geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Bei Colbitz in Sachsen-Anhalt liegt dieser Wald. Doch man kann im Buch noch andere Urwälder bewundern, zudem Bergwälder  und Impressionen von Quellwasser 

Conrad Amber hat Recht: "Das Paradies ist überall, wir müssen uns nur öffnen, um zu staunen- zu erleben und zu sehen. Einschwingen in die Melodie des Windes im Laub. Alles um uns vergessen".

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Der deutsche Wald- Naturereignis- Wirtschaftsraum-Sehnsuchtsort

Dieses reich bebilderte Buch hat Dr. Detlev Arens auf den Weg gebracht. Hier werden alle Facetten des deutschen Waldes thematisiert. Infokästen mit Baum- und Tierporträts und mehr als 400 farbige Abbildungen bringen dem Leser die Fauna und Flora des Waldes näher. 

Das Werk ist in vier große Abschnitte untergliedert: 
Waldnatur 
Waldnutzung 
Waldkultur 
Waldperspektiven 

Der Fülle an Eindrücken, Informationen und Bildern  des Kompendiums kann man im Rahmen einer Rezension unmöglich gerecht werden. Gleich zu Beginn lässt uns ein Satz innehalten. Mit diesem Satz sollte man sich auf die Reise durch das Buch begeben und ohne Hektik immer wieder Staunen und nachdenken. "Einen Wald lesen zu lernen ist eine der faszinierendsten Naturerfahrungen überhaupt." 

"Wann ist ein Wald ein Wald?", lautet die erste Frage des Autors, die  er nicht unbeantwortet lässt. Dann  erst erfährt man mehr zum Waldland Deutschland. Hier nämlich nehmen die Wälder 32 % der Landesfläche ein. Waldgrenzen kommen zur Sprache und auch die Lichtverhältnisse, zudem erhält man Infos zur Geschichte des Waldes und kann sich in der Folge in die Vorherrschaft der Buchenwälder vertiefen. Buchen behaupten sich auf den unterschiedlichsten Böden und in unterschiedlichsten Höhenstufen. Bloß die völlig trockenen, die ganz feuchten, und die vollkommen nährstoffarmen Standorte lassen keinen Buchenwald zu. 

Ausführlich wird man über die Vielfalt der Buchenwälder unterrichtet, liest über bodensaure Buchenwälder und solche auf basenreicheren Böden. Waldmeister und Veilchen lieben die Gesellschaft von Buchen bei derartigen Bodenverhältnissen, während bei einer anderen Bodenbeschaffenheit bärlauchreiche oder sogar Orchideenbuchenwälder entstehen. Man lernt Nationalparks für den Buchenwald kennen, liest von den Wildkatzen im Nationalpark Eifel und Hainich, um sich dann  ausgiebig mit Eichenwäldern und Nadelwäldern zu befassen. 

Verschiedene Nationalparks werden thematisiert und man lernt auch Au- und Bruchwälder und die Tiere dort kennen. Erlen und Eschen wachsen an Bachrändern. Dort auch gedeihen Sumpfdotterblumen. 

Unmöglich die vielen Informationen hier alle zu benennen. Über Waldpilze bleibt man nicht unaufgeklärt, erfährt in diesem Zusammenhang Wissenswertes über den Fliegenpilz und über Tiere, die eine bestimmte Funktion im Wald erfüllen. 

Über die Rodungen des Waldes im Mittelalter wird man unterrichtet, auch über Waldschmieden und Schmelzöfen und über sogenanntes "Waldglas", das zum Raubbau an den betroffenen Wäldern führte. Um dieses Glas herzustellen, wurde Pottasche verwendet. Dabei ergaben 100 Kilogramm Holz ein Kilo Pottasche. 

Die Idee der Nachhaltigkeit wird beleuchtet und vieles, vieles  andere mehr, auch eine Annäherung an zukünftige Wälder und  zudem der Wald in den Mythen, Ängsten, der Romantik, etc. etc. 

Gefallen hat mir ein Zitat von Joseph Beuys, das ich auf Seite 359 las. Mit diesem Zitat möchte ich die Rezension beenden

"Bäume sind wichtig, um die menschliche Seele zu retten". 

Grund genug sich der Wälder anzunehmen und sich in diesem Buch über sie kundig zu machen. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich
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Rezension: Welpen Praxisbuch- Katharina von der Leyen- GU

Dieses Buch der Journalistin Katharina von der Leyen richtet sich an jene, die sich einen jungen Hund anschaffen wollen. Die Hundeexpertin zeigt, welcher Herausforderung man sich stellen muss, um einen Welpen aufzuziehen und geht dann der Frage nach, welchen Hund man überhaupt sucht.

Man lernt den Unterschied zwischen Mischlingen und Rassehunden kennen und kann sich in eine Auswahl von Kriterien für einen passenden Hund vertiefen, liest Wissenswertes über tatsächlich verantwortungsvolle Zuchtkriterien und die Gesundheitsmerkmale eines Welpen. Ausführlich wird man über die Entwicklung von Welpen in Kenntnis gesetzt. Es werden die einzelnen Phasen der Entwicklung sehr gut erläutert und anhand von Bildern auch gezeigt. 

Thematisiert wird zudem, was zu tun ist, bevor ein Hund ins Haus oder in die Wohnung einzieht. Gefahrenquellen werden genannt und es wird zudem eine Einkaufsliste mit Dingen für den neuen Mitbewohner vorgestellt. Die ersten Wochen im neuen Haus und hier Überlegungen zur Hundebox für Welpen kommen zur Sprache. Zudem geht es um Freundschaften und auch darum, wie man bereits vorhandenen tierischen Mitbewohnern den Neuzugang mit viel Diplomatie sympathisch macht.

Über Stubenreinheit, auch über die Ernährung eines Welpen kann man sich gut informieren. So liest man beispielsweise über die Inhaltsstoffe im Futter, über Leckerlis u.a.m. Die Fell- und Körperpflege wird  erörtert und auch die Maßnahmen, damit das Tier gesund bleiben kann.

Ein wohl wichtiges Thema sind die Hundemanieren, die der Welpe lernen muss. Hier kommt es auf das richtige Timing an. Wer keine Grenzen setzt, hat hinterher das Nachsehen. Man staunt, was ein Hund alles erlernen muss in jenen Tagen und begreift, weshalb bei allem auch das Spielen für ihn wichtig ist. 

Hier gilt es, die Spielregeln für den sozialen Umgang mit Artgenossen zu begreifen und sich klar zu machen, dass man durchaus auch etwas vom Hund erlernen kann. 

Die Autorin geht in ihren Betrachtungen sogar soweit, dass sie glaubt, dass wir durch unsere Hunde zu besseren Menschen werden.

Ein solches Buch zu lesen, halte ich für wichtig, bevor man sich zu einem Welpen entscheidet.  Ein Tier im Haus bedeutet zusätzliche Verantwortung, viel Zeit, die Bereitschaft es zu pflegen und zu erziehen. Dass ein Hund auch Freude schenkt, sollte nicht unerwähnt bleiben, doch  dieses Geschenk hat seinen Preis.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich.

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Rezension: Peter J. König- #The_ Family_Album_of_Wild_ Africa -#Laurent_Baheux YellowKorner editions teNeues

 © The Family Album of Wild Africa
by Laurent Baheux,
published by teNeues and YellowKorner,
 www.teneues.com,
www.yellowkorner.com.
 Photo © Laurent Baheux, www.laurentbaheux.com
YellowKorner editions und teNeues haben ein Bildwerk auf den Weg gebracht, das alle Dimensionen zu sprengen scheint. Der #Fotograf, #Tierporträtist und Afrika-Liebhaber Laurent Baheux hat dazu aus seinem reichen Fundus die Schwarz-Weiß-Aufnahmen geliefert, deren Qualität einmalig ist. Es sind die #Wildtiere Afrikas, die #Laurent_Baheux faszinieren.

Dabei hier von einem Bildband zu sprechen, wäre eine glatte Untertreibung und würde sowohl dem äußeren Erscheinungsbild des Bild-Kunstwerkes nicht gerecht, aber noch weitaus weniger der besonderen Qualität und der Einfühlsamkeit des renommierten Fotografen.

Die exzellenten Aufnahmen und der Schwarz-Weiß-Druck lassen besonders die Konturen der einzelnen Wildtiere sehr deutlich in Erscheinung treten, zeigen so eindrucksvoll wie selten, welche Schönheit, aber auch wie majestätisch und erhaben diese phantastischen Geschöpfe sich in freier Wildbahn präsentieren. 

Kommen wir zunächst zu dem äußeren Auftritt von "The Family Album of Wild Africa", so nämlich ist der Titel dieses Werkes. Groß-dimensioniert und voluminös, so wie man die fotografischen Bände aus dem teNeues Verlag kennt, ist es ein wahres Pracht-Exemplar von Buch. Dazu darf festgestellt werden, dass auf 479 Seiten nur eines dominiert, absolut nur die Bildsprache. Geht man von den äußeren Maßen aus, sie erreichen fast die Dimension von vier handelsüblichen Buchbänden, wobei jeweils zwei übereinander drapiert sind, und nimmt dabei hinzu, dass hier fast 500 Seiten gebunden wurden, dann wird sofort klar um welch, und dies wörtlich genommen, um welch gewichtiges Werk im Erscheinungsbild hier zu bestaunen ist. 

Dies ist allerdings erst der Anfang, denn wie bei jedem guten Geschenk ist es der Inhalt der begeistert. Dieser folgt sofort, wenn man den Buchdeckel öffnet und sich von dem eindrucksvollen Cover des majestätischen Hauptes eines afrikanischen Löwen getrennt hat. Dieses bildliche Entree zeigt schon sehr deutlich, was den Betrachter erwartet. Bevor aber auf den folgenden Seiten die nie enden wollende Folge von grandiosen Tier-Aufnahmen beginnt, wird zunächst eine kurze Fabel des großen französischen Dichters und besten Fabel-Erzählers Jean de la Fontane (1621 – 1695) rezitiert: "Der von einem Menschen erschlagene Löwe". 

Um der Internationalität dieses Werkes gerecht zu werden, findet dieses in Englisch, Deutsch und Französisch statt. Desgleichen folgt auf den nächsten Seiten bei dem von #Fedora_Parkmann konzipierten Vorwort statt, das den Fotografen Laurent Baheux vorstellt und seine Motivation zu diesen Fotografien und seine Liebe zu den afrikanischen Wildtieren näher bringen. Dann aber geht es sofort los: Eine Aufnahme folgt der anderen mit wechselnden Formaten, mal ganzseitig, mal doppelseitig und gelegentlich auch ausschnitthaft, kein Text nur Bilder, Bilder, Bilder. Und welche großartigen Aufnahmen von all den Löwen, Elefanten, Affen, Nashörner, Giraffen, Hyänen, Gnus, Krokodile, Flusspferde eben alles was in der afrikanischen Steppe so kreucht und fleucht. 

Die Wildtiere werden in allen möglichen Posen gezeigt, mal als Jäger in Angriffspose, mal als Räuber bei der Futtersuche, aber sehr oft auch als Familien- Idyll, wenn sie sich um ihren Nachwuchs kümmern. Es ist kaum möglich all diese wunderbaren Eindrücke sprachlich rüber zu bringen, so mitreißend und beeindruckend sind all diese Aufnahmen, die überhaupt nicht enden wollen. Wenn der Begriff "Geschöpfe Gottes" einen sichtbaren Ausdruck sucht, dann findet man ihn hier bei der Erhabenheit der afrikanischen Wildtiere. 

Laurent Baheux hat dies in diesem Bildwerk unvergleichlich gut sichtbar gemacht. Besser kann man das Wunder der Natur nicht vermitteln. Auf Hochglanz-Papier gebracht, ist es die fotografische Darstellung in Vollendung. Dazu trägt auch nicht unwesentlich, wie bereits erwähnt, das künstlerische Ausdrucksmittel der Schwarz-Weiß-Aufnahme bei. 

Noch ein letzter Blick, bevor das Machwerk mit einer Aufnahme vom Fotografen Laurent Baheux selbst endet, noch einmal die Gruppe von Elefanten-Müttern betrachten, die am Wasserloch genau beäugen, wie ihre Jungen einen Heiden-Spaß haben dort miteinander herum zu tollen. 

Einfach grandios! 

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu teNeues und können das Buch dort direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.teneues.com/shop-de/africa.html

Rezension: Was #Hunde wirklich wollen- Dr. Ronald Lindner

Dieser reich bebilderte Ratgeber wurde von  Dr. med. vet. Ronald Lindner verfasst. Er ist Tierarzt mit der Zusatzbezeichnung Tierverhaltens- therapie. Seinen Ratgeber hat er in vier große Abschnitte untergliedert:

Auf den Hund kommen 
Normalverhalten des Hundes 
Unerwünschtes Hundeverhalten 
Mensch und Hund- ein gutes Team 

Im ersten Abschnitt wird zunächst die Beziehung Hund-Mensch hinterfragt. Hier geht es u.a. darum, das Pro und Kontra der Hundehaltung auszuloten. Das Wohlbefinden dieses Tieres ist ein weiteres Thema und es wird erfragt, woran man einen entsprechenden Mangel erkennt. 

12 Anzeichen für Mangel werden genannt und durch Textmarker hervorgehoben mit Verweisen auf jene Seiten im Buch, wo dann genau über einzelne Anzeichen informiert wird. Zur Sprache gebracht wird zudem, ob es ein Normalverhalten beim Hund gibt, auch wird gezeigt wie das Schlaf- und Ruheverhalten eines Hundes ausschaut. Dabei erfährt man, dass Vierbeiner in der Rückenposition nur dann, wenn sie sich richtig wohl fühlen, gerne schlafen, ansonsten kugeln sie sich eher zusammen. 

Was nötig ist, damit ein Hund sich wohlfühlt, wird auch erläutert und anhand eines Fotos wird gezeigt, woran man das erkennt. Wenn ein Hund sich mit seiner Hinterpfote an Kopf und Ohren kratzt, dann kann es sich um Körperpflege handeln oder aber um den Versuch Stress abzubauen. Ein Hund braucht übrigens, um sich wohl zu fühlen, kühle Gewässer, um zu baden oder kalte Duschen oder feuchte Umschläge wenn es heiß ist. 

Man erfährt auch, weshalb Erkundung, Orientierung und Neugierde für einen Vierbeiner wichtig sind, liest Wissenswertes zur Sinnesleistung von Hunden, des Weiteren zu deren verschiedenen Bewegungsformen. Ganz ähnlich wie der Mensch baut der Hund in der Bewegung Stress ab. 

Das Spielverhalten wird thematisiert. Aufgelistet ist, welchen Nutzen das Spielen bringt. Dann liest man über das Lächeln von Hunden. Diese imitieren unser Lachen übrigens. Wenn dieses Haustier lacht, hat man alles richtig gemacht. 

Man erfährt Wissenswertes über die "Hundesprache", liest auch über eingeschränkte Kommunikation durch züchterische Verfehlungen und erfährt zudem viel über die verschiedenen Formen des Bellens. Das Bellen zur Kontaktaufnahme kommt eher leicht mit hohen Tönen daher. 

Drohverhalten, Beschwichtigungsverhalten und Deeskalationsverhalten wird beleuchtet und man liest über das Territorialverhalten von Hunden, auch wie dies von Menschen beeinflusst wird. Sehr genau wird man über ängstliche und aggressive Hunde in Kenntnis gesetzt, liest wie sich Angst zeigt, welche Ursachen Angst auslösen und wie die Bewältigungsstrategien ausschauen.

Angst ist die Hauptursache für Aggressionen. Aggressive Kommunikationsformen werden näher erläutert, auch wird erklärt, was lernen für Hunde bedeutet. Mobbing bei Hunden ist ebenfalls ein Thema, dann auch Verteidigen von Futter sowie die Folgen von Mangel an Ruhe, Entspannung und anderes mehr. Unmöglich hier alles zu benennen oder darauf einzugehen. 

Zum unerwünschten Hundeverhalten gehört eindeutig Angst. Diese nämlich führt zu falschen Reaktionen. Man erfährt mehr über Hunde, die sich nicht kontrollieren lassen und wie man Beißhemmung antrainieren kann. Erklärt wird, wie man bei aggressivem Verhalten von Hunden im Alltag reagiert, wie man Ängsten vorbeugt und worin die Ursachen übersteigerter Angstformen bei den Vierbeinern zu suchen sind. Wenn ein Hund durch aggressives Verhalten "erfolgreich" ist, wird er dieses Verhalten verstärken und reagiert zukünftig schneller aggressiv. 

Reduzierung aber auch Eskalation von Aggressionsverhalten ist ein Thema, zudem Angst und Aggression gegenüber Artgenossen, Leinenaggression gegenüber Sozialpartnern und vieles andere mehr. 

Aufmerksam lesen und sich klar machen sollte man die zehn Regeln einer optimalen Hundehaltung, auch das, was bedacht werden sollte, wenn ein Hund ins Haus kommt. Nach der Lektüre hat man die Chance einen Test zu machen und dabei 55 Fragen zu beantworten Die Lösungen zeigen, ob man geeignet ist,  einen Hund zu halten. Im Glossar dann erfährt man, was die einzelnen Fachbegriffe bedeuten. Ein sehr guter Ratgeber. 

Empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum GU-Verlag und können das Buch bestellen
http://www.gu.de/buecher/tierbuecher/hunderatgeber/816352-was-hunde-wirklich-wollen/.
Sie können es jedoch auch direkt  in Ihrer Buchhandlung um die Ecke ordern.

Rezension: "Berührende Schönheit"- Jean- Marie Ghislain- Sandmann-Edition

Dies ist der grandiose Bildband des Unterwasserfotografen Jean-Marie Ghislain, dessen Autobiografie "Schönheit besiegt Angst" ich heute Morgen auf "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert habe.

Jean-Marie Ghislain zeigt in seinem Fotoband die besten Bilder seiner Unterwasserexpeditionen, die hier in höchster Druckqualität reproduziert worden sind. Er verzichtet dabei auf künstliches Licht (sprich Blitz), weil dieses die Haie, die er im Fokus hat,  nach seinen Erfahrungen verstört.

Dieser Fotograf nähert sich den Tieren als Liebender und lichtet sie nur ab, wenn er spürt, dass sie es auch zulassen. Weil er die Schutzbedürftigkeit der Haie, auf die er sich fotografisch spezialisiert hat, respektiert, gelingt es ihm, deren Schönheit und Verletzlichkeit für Dritte sichtbar zu machen.

Die Bilder für das Buch entstanden überall auf der Welt. Ghislain schreibt, dass sein Unvermögen über viele Jahre hinweg keine emotionalen Bindungen dauerhaft einzugehen, dazu beigetragen haben, den Unterwasserweg der Angstüberwindung zu entdecken. Der diesbezüglich ziemlich einsame Weg, machte es für den Fotografen erforderlich, ein Leben ohne den geringsten Halt zu führen. Auf diese Weise erkannte er, dass unsere "Existenz mit der übrigen Welt zusammenhängt“ und  "wie eng wir mit so weit entfernten Kreaturen wie Haien verbunden sind". 

Ghislain lässt den Leser wissen, dass uns Haie elementare Dinge beibringen können, so etwa, dass unser Ego in der grausamen Unterwasserwelt nicht von Bedeutung ist, auch dass das Einteilen von Energie entscheidend ist, wenn man überleben möchte,  fernerhin, dass es Sinn macht, mitunter auf seinen eigenen Willen zu verzichten und stattdessen den Rückzug anzutreten.

Erlernbar ist unter Wasser auch, seine Ziele im Auge zu behalten, dabei möglichst entspannt zu bleiben, weil der mentale Zustand die Begegnung mit Haien beeinflusst. Sie spüren Stärke bei gleichzeitiger Zurückhaltung und greifen dann nicht an,

Ghislain erlernte die Wahrhaftigkeit, die unter Wasser herrscht, in seine zwischenmenschlichen Beziehungen zu transformieren, auch die Notwendigkeit, neue Beziehungen zur Natur zu entwickeln und hier speziell die Daseinsberechtigung und Intelligenz anderer Lebewesen anzuerkennen.

Der Taucher möchte mit seinen Fotos die Schönheit aber auch die Gewalt der Unterwasserwelt dokumentieren und beschäftigte sich eingehend mit der Angst. Er erkennt, erst wer sich mit ihren Ursachen befasst, kann die Angst Schritt für Schritt durch Vertrautheit ersetzen. Dabei ist es wichtig, Sicherheitsregeln niemals außer Acht zu lassen.

Was Ghislain antrieb, sich auf Haie einzulassen, war sein Kampf zwischen Lebens- und Todestrieb. Der Fotograf und Taucher suchte nach "Frieden, Harmonie, Glück, Wahrheit" und möglicherweise nach seinen "tierischen Anteilen oder etwas ganz anderem".  Dazu benötigte er ein "echtes Schockerlebnis" um seine emotionalen Blockade zu lösen, damit er, wie er schreibt, einen großen Schritt in seiner Persönlichkeitsentwicklung nach vorne machen konnte.

Das Realisieren von Qualitätsbildern unter Wasser ohne künstliche Lichtquelle ist eine Herausforderung, auch die Lichtabsorption ab einer speziellen Tiefe ist es. Dies ist der Grund, weshalb sich Ghislain für Schwarz-Weiß-Bilder entschieden hat.

Die Protagonisten seiner Bilder sind Haie, die von ihrem Wesen her sehr unterschiedlich zu sein scheinen. Ghislain beeindruckt deren Intelligenz und Persönlichkeit, die sich durch die Fähigkeit dokumentieren, neue Elemente zu integrieren und ihr Verhalten entsprechend anzupassen.

Der Belgier war drei Jahre hindurch mit seinem Vorhaben weltweit beschäftigt und konnte sein Projekt nur deshalb erfolgreich abschließen, weil er sehr großen Wert auf Achtsamkeit legte. Seine Reise hat ihm begreifbar gemacht, dass effizienter Artenschutz nur möglich ist, wenn die gesamte Nahrungskette mitsamt Lebensraum berücksichtigt wird.

Seine Aufgabe sieht der Weltenbummler darin, durch seine Arbeiten das öffentliche Bewusstsein für einen intakten Ozean zu stärken. Dies dürfte Jean-Marie Ghislain gelingen, sowohl durch seine Bilder als auch durch seine Lebensaufzeichnungen.

Die einzelnen Fotos in diesem Bildband werden auf den letzten Seiten des Buches sehr gut erläutert. Hier auch liest man den Satz: "Im kollektiven Unterbewusstsein ist es wohl die spitz zulaufende Rückenflosse an der Wasseroberfläche, die die in unserem tiefsten Innern verwurzelte Angst am besten repräsentiert."

Nicht zu fliehen ist angesagt, sondern die Flosse zu studieren und sie als Teil der Schöpfung zu begreifen, sich zurückzuziehen wenn nötig, aber nie seine Ziele auch den Augen  zu verlieren...

 Sehr empfehlenswert

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zur Sandmann--Edition und können das Buch bestellen.http://www.elisabeth-sandmann.de/892/beruehrende-schoenheit, Sie können es aber auch  direkt bei Ihrem Buchhändler vor Ort ordern

Rezension: Seltene #Nutztiere der #Alpen- 7000 Jahre Kulturlandschaft- #Günter_Jaritz- #Verlag_ Anton_Pustet

Dieser Bildband von Günter Jaritz befasst sich mit seltenen Nutztieren der Alpen und beginnt nach einem Vorwort des Autors mit einem Beitrag über die Entstehung, den Wandel und die Gefährdung der alpinen Kulturlandschaft.

Vor etwa 7000 Jahren besiedelten neolithische Bauern den Südrand der Alpen. Durch die Weidenutzung entwickelte sich über Jahrtausende hinweg die heutige alpine Kulturlandschaft. Nutztiere prägen also seit über 7000 Jahren das Landschaftsbild und nach dem 6. Jahrhundert n. Chr. nahm dann der Ackerbau und die Viehwirtschaft an der Alpensüdseite zu. 

Auf der Nordseite sind die Almendweiden eine landschaftsprägende Nutzungsform halboffener Kulturlandschaften. 

Ausführlich wird man über die Entwicklung der alpinen Nutztiere von ihren Anfängen her unterrichtet und wird in der Folge umfassend über Nutztiere im österreichischen, bayrischen, slowenischen, italienischen, Schweizer und französischen Alpenraum aufgeklärt. 

Dieses reich illustrierte Standardwerk wird alle Tierfreunde und Tierzüchter begeistern. Züchterporträts, Gefährdungseinstufung der Rassen, umfassendes Kartenwerk, Steckbriefe und Verbreitungsgebiete, die Zuchtgeschichte von den Anfängen bis heute und die Historie der alpinen Nutztierrassen machen selbst Menschen, die sich zuvor noch nicht mit dem Thema befasst haben, neugierig und zeigen wie wenig man eigentlich über die Tierwelt tatsächlich unterrichtet ist und weshalb Tierschutz oberstes Gebot sein muss.. 

Sehr empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zum Verlag und können das Buch bestellen.http://www.pustet.at/Seltene-Nutztiere-der-Alpen_33_p334.html. Sie können es aber auch direkt bei Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Bildband Affen: Die Welt der #Affen und -#Primaten, vom #Kapuzineraffen bis zum #Berggorilla, mit Aufnahmen des Tierfotografen #Thomas_Marent und einem Vorwort von #Jane_Goodall (Gebundene Ausgabe)

Dieser beeindruckende Bildband mit wundervollen Tierbildern von Thomas Marent und Texten von Fritz Jantschke befasst sich mit Affen. Das Geleitwort hat Dirk Steffens verfasst und das Vorwort stammt von Jane Goodall, deren Werk "Mein Leben für Tiere und Natur" ich vor einigen Jahren gelesen und rezensiert habe.

Das vorliegende Buch ist in die Rubriken:
Halbaffen
Neuweltaffen
Altweltaffen
Menschenaffen
untergliedert.

Es zeigt und erläutert sowohl die Vielfalt als auch die Schönheit dieser Tiere und soll die Wertschätzung für "den wilden Teil unserer Familie" erhöhen. Vorgestellt werden 100 Arten von den derzeit 480 Affenarten auf unserer Erde.

Fritz Jatschke hat das Vorwort verfasst und erklärt kurz, was es in den einzelnen Rubriken zu sehen gibt und was man unter den vier Gruppen zu verstehen hat. Neben breitangelegten Textteilen wird man immer wieder mit Fotos konfrontiert, die alle erläutert werden, sodass man nach der Lektüre des Buches einen wirklich guten Überblick hat.

Die Halbaffen leben in Asien, Afrika und Madagaskar. Es handelt sich bei ihnen um Einzelgänger, die maximal paarweise oder in kleinen Gruppen leben. Diese Lemuren zeigen ihre Vielfalt in Madagaskar wohl am überzeugendsten. Irgendwo inmitten der Lemuren-Aufnahmen lese ich den Satz Charles Darwins "Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück" und schaue mir den Gesichtsausdruck der Tiere genauer an. Ja, es stimmt, man sieht die Gefühle der Tiere ganz deutlich. Man erfährt wie die Lemuren auf die Insel Madagaskar kamen, liest über deren Aktivitäten und ist begeistert von den schönen Tieren, die nicht einfach zu fotografieren sind, wie Thomas Marent überzeugend erläutert. Man liest über die Namensgebung der Affenarten seitens der Zoologen, auch welche Nahrung sie zu sich nehmen. Dann lernt man die Neuweltaffen kennen, die in Mittel- und Südamerika zuhause sind. Diese Primatengruppe hat die Wälder nicht verlassen. Es ist insofern mühsam sie zu finden und im Regenwald und im Amazonasgebiet zu finden, wo sie vorwiegend leben.

150 Arten von Neuweltaffen gibt es, farbig sind sie eher selten. Der rote Brüllaffe ist es aber. Ein selbstbewusstes Tier, das in Süd-Brasilien lebt. Weshalb es brüllt erfährt man ebenso wie Wissenswertes zu Fortpflanzung höherer Primaten und findet beim Betrachten der vielen Bilder ein zauberhaftes Zwergseidenäffchen, das nur 140 Gramm wiegt. Man hat Gelegenheit in die Innenflächen der Affenhände zu blicken, die ausschauen wie Menschenhände, auch bei Altweltaffen, die man dann kennenlernt. Diese leben in Asien, Afrika und Europa. Hier liest man über Farben diverser Tiere im Gesicht, die an Schminke erinnern, lernt Verhaltensmuster kennen und erfährt, dass keineswegs alle Affen auf Bäumen hocken. Dass es sogenannte Schneeaffen gibt, wusste ich bislang nicht. Sie leben in Japan. Darüber hinaus lernt man eine Reihe anderer wunderschöner Affen kennen. Viele Gesichter zeigen einen Ausdruck, der uns Menschen nachdenklich werden lassen sollte.

Von heiligen und unheiligen Affen liest man und staunt über eine männliche Affenschönheit, die in Kambodscha lebt und sich ihres Aussehens durchaus bewusst ist. Menschenaffen schließlich leben in Afrika und Südasien. Es handelt sich um unsere nächsten Verwandten. Erst vor 8 Millionen Jahren trennten sich die Wege der Schimpansen und der Menschen. Man liest alles Wissenswerte über die Verhaltensmuster der Menschenaffen, liest von der Treue der Gibbons, von der Geselligkeit der meisten Primaten und der Haremsstruktur diverser Arten. Über die Aggression der Menschenaffen erfährt man auch viel Erhellendes, aber auch wie bedroht diese tatsächlich sind. Dass sie nicht dumm sind, wird ebenso deutlich gemacht und an Beispielen gezeigt.

Im Anhang schließlich werden alle Primaten der Welt aufgelistet und kurz skizziert.

Ein wunderschönes und dabei sehr lehrreiches Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt und sich dabei wünscht, dass so mancher Mensch mehr vom Gorilla hätte, denn "Gorillas sind von Natur aus friedlich. Sie wirken stoisch, zurückhaltend, introvertiert. Ihr ganzes Gefühlsleben spiegelt sich in ihren sanften, dunkelbraunen Augen wider", so die Worte George Schallers, die man auf Seite 172 lesen kann.

Empfehlenswert.

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